https://www.faz.net/-gpf-7xljv

Umstrittener Vergleich : AfD rechtfertigt Pegida-Demo mit Geiselnahme von Sydney

  • Aktualisiert am

AfD-Bundessprecher Konrad Adam Bild: Röth, Frank

Einen Tag nach der blutigen Geiselnahme von Sydney zieht AfD-Sprecher Konrad Adam einen umstrittenen Vergleich. Die Tat des als iranischer Einwanderer nach Australien gelangten Islamisten zeige die Notwendigkeit der Pegida-Demonstrationen in Dresden. Die SPD-Spitze widerspricht scharf.

          Die Alternative für Deutschland (AfD) fühlt sich durch die Geiselnahme von Sydney in ihrer Forderung nach weiteren Einwanderungsbeschränkungen bestätigt. Gleichzeitig führt sie die Tat des aus dem Iran stammenden Einzeltäters als Rechtfertigung für die umstrittenen Demonstrationen der Pegida (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) in Dresden an.

          Konrad Adam, der dem dreiköpfigen Führungsgremium der Partei angehört, teilte am Dienstag in einer Presseerklärung mit, trotz strikter Einwanderungsregeln sei es einem fanatischen Islamisten gelungen, nach Australien zu gelangen. Adam sagte: „Das zeigt, dass es keiner Masseneinwanderung bedarf, um Menschen in Gefahr zu bringen - ein Einzelner genügt.“

          Dennoch glaubten deutsche Spitzenpolitiker, die Teilnehmer der Pegida-Demonstrationen mit Hinweis auf den niedrigen Migranten-Anteil in Sachsen lächerlich machen zu können, kritisierte Adam. „Damit beweisen sie aber nur, dass sie nicht begriffen haben, um was es geht“, fügte er hinzu. Der AfD-Vorsitzende in Brandenburg, Alexander Gauland, hatte am Montag an einer Pegida-Demonstration teilgenommen. Der AfD-Vize Hans-Olaf Henkel hatte noch kurz zuvor von einer Teilnahme an der Aktion abgeraten.

          Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner nannte die Äußerungen des AfD-Sprechers Adam eine „ungeheuerliche Entgleisung“. Stegner sagte am Dienstag in Berlin: „Die AfD zeigt mal wieder ihren wahren ausländerfeindlichen Charakter. Einen Verbrecher in Australien heranzuziehen, um die fremdenfeindlichen Demonstrationen in Dresden zu rechtfertigen, ist infam.“ Wer so denke wie die AfD, „bereitet den Weg für Ausländerhatz und brennende Flüchtlingsheime“, meinte Stegner.

          Weitere Themen

          Verliert die SPD ihre Hochburg? Video-Seite öffnen

          Wahlen in Bremen : Verliert die SPD ihre Hochburg?

          Bei der Bürgerschaftswahl in Bremen am Sonntag droht der seit 73 Jahren regierenden SPD eine Schlappe historischen Ausmaßes: Sogar der Verlust der Macht in ihrer einstmals unangefochtenen Hochburg scheint möglich.

          Strache will drei Personen anzeigen

          Nach Ibiza-Video : Strache will drei Personen anzeigen

          Österreichs ehemaliger Vizekanzler Strache hat rechtliche Schritte gegen die Veröffentlichung des Ibiza-Videos angekündigt. Bislang liegen der Staatsanwaltschaft aber keine Anzeigen vor.

          Theresa May kämpft mit den Tränen Video-Seite öffnen

          Während der Rücktrittsrede : Theresa May kämpft mit den Tränen

          May werde als Parteichefin der Konservativen am 7. Juni zurücktreten, nachdem es ihr nicht gelungen sei, das Parlament von ihrem Brexit-Abkommen zu überzeugen, sagte sie in der Downing Street in London. Mit dem Rücktritt vom Parteivorsitz gibt May auch ihr Amt als Regierungschefin auf – ihr Nachfolger im Amt als Parteivorsitzender wird dann auch Premierminister.

          Topmeldungen

          Nach Mays Ankündigung : Brexit-Opfer

          Das Brexit-Thema wurde May wie zuvor schon Cameron zum politischen Verhängnis – und es ist eine Last, die auch die kommende Regierung nicht einfach abschütteln kann. Die EU allerdings auch nicht.
          Erst der Anfang: Dem „Spiegel“ stehen grundlegende Neuerungen bevor.

          Bericht zu „Spiegel“-Skandal : „Ein verheerendes Bild“

          Fünf Monate nach dem Bekanntwerden seines Fälschungsskandals hat der „Spiegel“ den Abschlussbericht seiner internen Untersuchung vorgelegt. Er offenbart eine Verkettung missachteter Warnungen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.