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Umstrittener Doktortitel : Seehofer erklärt Scheuers Affäre für „erledigt“

  • Aktualisiert am

Sind der Schlagzeilen über den Doktortitel satt: Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer an diesem Montag auf der Vorstandssitzung in München Bild: dpa

CSU-Chef Horst Seehofer will sich nicht mehr mit der Dissertation seines Generalsekretärs beschäftigen. Andreas Scheuer lässt die Universität in Prag mögliche Plagiate prüfen. Zugleich kritisiert er Schlagzeilen über seinen Doktortitel.

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          CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer will seine Doktorarbeit von der Universität in Prag auf mögliche Plagiate untersuchen lassen. Er werde die Karls-Universität bitten, die Vorwürfe zu prüfen, sagte Scheuer am Montag in einer Sitzung des CSU-Vorstands am Montag in München. Hintergrund ist, dass Scheuer eine Passage abgeschrieben haben soll, ohne diese als Zitat zu kennzeichnen. Der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer sagte nach Teilnehmerangaben, der Generalsekretär habe sein volles Vertrauen, die Sache sei erledigt. Daraufhin habe es in der Sitzung großen Applaus gegeben.

          Kurz vor der Sitzung hatte Scheuer die große mediale Berichterstattung über seinen Doktortitel kritisiert. Auf die Frage, ob er sich ungerecht behandelt fühle, sagte Scheuer: „Wenn man nachliest und die Sachen mehr als acht Jahre alt sind, dann wundert man sich schon über manche Darstellungen auf Titelseiten in epischer Breite.“

          Scheuer: Rechtslage eindeutig

          Scheuer hatte an der Prager Karls-Universität ein sogenanntes „kleines Doktorat“ erworben. Den Titel „Dr.“ ohne Zusatz darf er in Deutschland aber nur in Bayern und Berlin führen. Scheuer kündigte am Freitag an, den Titel nicht weiter zu führen.

          Zur Kritik des Passauer Politikwissenschaftlers Heinrich Oberreuter, Scheuer habe sich durch den Doktortitel positive Auswirkungen auf seine politische Karriere versprochen, sagte der CSU-Generalsekretär: „Man liest ja auch Bücher. Und da gibt’s ein Werk: „Die Übermacht der Medien. Erstickt die demokratische Kommunikation?“ Empfehle ich Ihnen zum Lesen.“

          Das Buch stammt aus der Feder Oberreuters. Scheuer verteidigte abermals, dass er den Titel bis zuletzt geführt hatte. Die Rechtslage in Bayern und Berlin sei eindeutig.

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