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Präimplantationsdiagnostik : Leben lassen, sterben lassen

Die „Guten“ ins Töpfchen: Analyse embryonaler Zellen an der Universität Heidelberg Bild: Frank Röth

Ebnen Gentests an Embryos den Weg zum Designerbaby? Immer mehr Paare verlangen eine einst verbotene Diagnostik – und die Kritiker sind alarmiert.

          9 Min.

          Der Weg, der für die einen ein Ausweg ist und für die anderen ein Irrweg, verläuft geradewegs durch das Büro von Thomas Strowitzki. Im Krankenhausflur Neonlicht, drinnen fällt die Nachmittagssonne durchs Fenster. Die Paare, die zu ihm in die Heidelberger Universitäts-Frauenklinik kommen, Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen, sind freiwillig da, einerseits. Andererseits, so ganz aus freien Stücken kommen sie auch wieder nicht. Denn es ist die Angst, die diese Paare treibt, sie fürchten, dass sie ein schwerkrankes Kind bekommen könnten – weil sie entweder schon ein behindertes Kind haben oder jemand aus der Familie an einer Erbkrankheit leidet.

          Kim Björn Becker

          Redakteur in der Politik.

          Thomas Strowitzki, ein großgewachsener Mann mit kantigem Gesicht und randloser Chefarztbrille, ist Ärztlicher Direktor und einer von wenigen Medizinern im Land, der ihnen helfen kann – wenn es das Gesetz erlaubt. „Wir haben die öffentliche Meinung auf unserer Seite“, sagt der 58-Jährige. Die Umfragen geben ihm recht, und es ist Strowitzki wichtig, dies zu betonen, denn das, was er und seine Mitarbeiter in den benachbarten Räumen tun, ist anderswo noch immer moralisch höchst umstritten.

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