https://www.faz.net/-gpf-8kupn

Umstrittene Einrichtung : Saudi-Arabien schließt König-Fahd-Akademie

  • Aktualisiert am

Die König-Fahd-Akademie in Bonn Bad-Godesberg Bild: Edgar R. Schoepal

Sie galt seit Jahren als geistige Brutstätte für islamische Fundamentalisten. Nun will die Regierung in Saudi-Arabien die von ihr finanzierte König-Fahd-Akademie in Bonn Bad-Godesberg schließen.

          Saudi-Arabien will nach einem Zeitungsbericht die von dem Land finanzierte König-Fahd-Akademie in Bonn bis zum Jahresende schließen. Dies teilte die Botschaft Saudi-Arabiens der Zeitung „Tagesspiegel“ mit. Auch der Aufbau einer gleichnamigen saudischen Schule in Berlin ist demnach gestoppt worden.

          Die Entscheidung steht nach Angaben saudischer Diplomaten in engem Zusammenhang mit dem vor allem von Vizekronprinz Mohammed bin Salman vorangetriebenen Reformprozess zum Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft in Saudi-Arabien („Vision 2030“).

          In der Vergangenheit war es zwischen deutschen und saudischen Behörden zu Konflikten um die Bonner Schule gekommen. So hatte das Kölner Regierungspräsidium der Bildungseinrichtung im Jahr 2003 „fundamentalistischen Islamismus an und in der Schule“ vorgeworfen und mit dem Entzug der Genehmigung gedroht.

          Vizekronprinz Mohammed bin Salman hat die Entscheidung zur Schließung nach Angaben der saudischen Diplomaten selbst getroffen. Es sei eines der wichtigsten Anliegen der Regierung in Riad, der saudischen Jugend zur bestmöglichen Ausbildung und Erziehung zu verhelfen, hieß es zur Begründung. Nur so könne das Ziel der „Vision 2030“ erreicht werden, Saudi-Arabiens Wirtschaft ohne Öl-Exporte international wettbewerbsfähig zu machen.

          Weil Deutschland über „eines der weltweit besten Bildungssysteme“ verfüge und Saudi-Arabien davon lernen könne, sehe die Regierung in Riad keine Notwendigkeit mehr für eine saudische Schule in Deutschland.

          Weitere Themen

          Diese Probleme warten auf Boris Johnson Video-Seite öffnen

          Brexit : Diese Probleme warten auf Boris Johnson

          Der neue britische Regierungschef Boris Johnson muss jetzt beim Brexit seinen lautstarken Ankündigungen Taten folgen lassen. Die Situation dürfte für ihn nicht einfacher sein als für seine gescheiterte Vorgängerin Theresa May.

          Topmeldungen

          Der radikale Konzernumbau der Deutschen Bank führt zu Milliardenverlusten im zweiten Quartal 2019.

          In drei Monaten : Die Deutsche Bank macht 3,1 Milliarden Euro Verlust

          Das größte und wichtigste deutsche Kreditinstitut will und muss sich radikal verändern. Die Belastungen durch den Umbau des Konzerns führen zu tiefroten Zahlen. Besonders betroffen ist die einst bedeutendste und berüchtigtste Sparte des Unternehmens.

          Anhörung von Robert Mueller : Der unfreiwillige Zeuge

          Ende März präsentierte Sonderermittler Robert Mueller seinen Bericht zur möglichen Wahlkampf-Affäre Trumps aus dem Jahr 2016. Jetzt muss er dazu im Kongress aussagen. Donald Trump spielt den Termin herunter, als sei es eine reine Formalität.
          Donald Trump gratuliert am Dienstagabend dem neuen amerikanischen Verteidigungsminister Mark Esper.

          Amerikas Verteidigungsminister : Ein Mann der Truppe

          Mark Esper ist mit überwältigender Mehrheit im Amt des amerikanischen Verteidigungsministers bestätigt worden. Die Gegenstimmen kamen im Senat vor allem von demokratischen Wahlkämpfern.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.