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Umgang mit Soldaten : Mehr Pathos, bitte!

Deutscher Soldat in Mali Bild: Marco Seliger

Unsere Soldaten stehen nicht nur zur Verteidigung bereit, sondern auch nach außen für alles mit Leib und Leben ein, was eine Gesellschaft ausmacht. Das verdient mehr als pflichtschuldige Sonntagsreden.

          2 Min.

          Was ist ein Held? Wer ist ein Held? Einen „Heldengedenktag“ gibt es in Deutschland nicht mehr. Helden der Arbeit allenfalls noch als Witz. Held wird man jedenfalls nicht durch Abstammung, auch in der Mythologie nicht, sondern durch eine außergewöhnliche Tat. Und der Begriff ist durchaus nicht verschwunden. Wer sich in einen eisigen Fluss stürzt, um ein Kind zu retten, wer sich Schlägern entgegenstellt, die auf einen Mitmenschen einprügeln, wer also Leib und Leben für eine gute Sache riskiert, der gilt als Held. Und zwar mit allem Recht.

          Für eine gute Sache? Die liegt manchmal auf der Hand, mitunter auch weniger. Die wehrpflichtigen amerikanischen Soldaten, die am Strand der Normandie verbluteten, gelten nicht nur ihrem Land als Helden – unabhängig von persönlicher Motivation und Leistung. Deutschland tut sich naturgemäß schwerer, die Taten seiner Söhne im Zweiten Weltkrieg einzuordnen. Ginge es nur nach militärischen Kriterien wie herausragender Tapferkeit, Durchschlagskraft und Truppenführung, müsste zigtausenden Soldaten der Wehrmacht der Heldenstatus zuerkannt werden. Diese Sicht war noch Jahrzehnte nach dem Krieg verbreitet. Aber sie kämpften, ob sie wollten oder nicht, für ein verbrecherisches Regime, an dessen Untaten sie teilhatten. Freilich waren nicht alle Verbrecher. Soll nur der Widerstandskämpfer ein Held sein? Wie steht es mit dem, der unter Aufopferung seines Lebens Flüchtlinge rettete? Jedenfalls kann die Bundeswehr diese Tradition nicht abschütteln.

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