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Umgang mit der AfD : Von Thüringen lernen

  • -Aktualisiert am

Handschlag verweigert: Bodo Ramelow (Linke) nach seiner Wahl zum Ministerpräsidenten mit Björn Höcke (AfD, rechts) Bild: dpa

Nach dem politischen Beben in Thüringen gibt es keinen Grund, über das Land zu lästern – aber viele Gründe, aus dem Desaster dort zu lernen.

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          Thüringen hat seit dieser Woche wieder eine funktionsfähige Regierung. Der Ministerpräsident heißt wieder Bodo Ramelow von der Linkspartei. Gewählt worden war Ende Oktober. Seitdem ging es drunter und drüber, nicht nur in Erfurt, sondern auch in Berlin. Jetzt wollten sich eigentlich alle erleichtert vom Thüringer Schmuddelkind abwenden, da bekennt Ramelow, dass er für den AfD-Vizepräsidenten des Landtages gestimmt hat, um in der Folge sicherzustellen, dass der lange nicht arbeitsfähige Richterwahlausschuss endlich wieder funktionieren kann.

          Eine solche Absprache mit der AfD zeigt: Erleichterung ist fehl am Platze. Denn die thüringischen Verhältnisse sind auch in anderen Bundesländern denkbar, und nicht nur im Osten. Auch im Bund ist es nicht ausgeschlossen, dass sich die demokratischen Kräfte unter dem unseligen Einfluss der AfD gegenseitig blockieren. Thüringen hat gezeigt, was dann alles passieren kann. Insofern ist der Blick nach Erfurt sehr lehrreich, wird das vergleichsweise kleine Thüringen zu einer Art gesellschaftspolitischem Labor.

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