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Aufarbeitung der Pandemie : Was ist in Deutschland bei Corona wo schiefgelaufen?

Im Impfzentrum in Tübingen Ende April Bild: dpa

Wissenschaft und Politik beginnen mit der Analyse der Versäumnisse und Mängel in der deutschen Reaktion auf Covid-19. Es zeichnet sich ab: Die Probleme lagen nicht im Gesundheitssystem.

          3 Min.

          Ob auf Deutschland eine vierte Pandemie-Welle zurollt, wird sich nach den Sommerferien zeigen. Doch die Diskussion über die Fehler im Pandemiemanagement seit Februar 2020 ist schon im vollen Gang. Im Bund und in den Ländern werden unterschiedliche Wege zur Krisenaufarbeitung beschritten, der nächste Deutsche Bundestag wird wahrscheinlich eine Enquete-Kommission einsetzen, der baden-württembergische Landtag will das ebenfalls tun, in Rheinland-Pfalz hat eine Kommission schon im vergangenen Jahr einen Abschlussbericht vorgestellt. In Baden-Württemberg erarbeiten außerdem seit Anfang des Jahres „Zufallsbürger“ in einem Bürgerforum Verbesserungsvorschläge zum Umgang mit Pandemien.

          Rüdiger Soldt
          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          An Vorschlägen, Untersuchungen und Datensätzen mangelt es nicht. Eine erste Empfehlung für die Arbeit der Enquete-Kommission des Bundestages haben dieser Tage die Wissenschaftler Wolfgang Schroeder und Bernhard Weßels sowie der ehemalige SPD-Politiker und Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels vom Berliner Wissenschaftszentrum (WZB) vorgelegt. Die Autoren sehen die Schwachstellen im Pandemiemanagement nicht im Gesundheitssystem: Intensivbetten, Infrastruktur für das Impfen und medizinische Kompetenz seien vorhanden gewesen. Auf dem Höhepunkt der dritten Corona-Welle seien 5762 Covid-Patienten auf den Intensivstationen versorgt worden, gleichzeitig seien noch 4657 Intensivbetten frei gewesen.

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