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Umfragen zu Landtagswahlen : Nur die AfD legt zu

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Damit bliebe die „Deutschlandkoalition„ (Schwarz-Rot-Gelb) – auch wenn sie am Sonntag nicht ausdrücklich als Option genannt wird. Ein Bündnis von CDU, SPD und FDP gab es in der Bundesrepublik bislang nur im Stadtstaat Bremen – von 1951 bis 1959, aber unter SPD-Führung. Doch die Kompromisssuche bei drei Parteien ist schwierig. Dreierbündnisse gelten als relativ instabil. Und selbst wenn CDU und FDP so eine Koalition wollten, ist heute offen, ob die SPD mitgehen würde. Deren Landeschef Nils Schmid deutete kürzlich an, dass seine Basis so einer Koalition wohl kaum ihren Segen erteilen würde. Für Schwarz-Gelb den Steigbügelhalter zu spielen, das sei vielen Sozialdemokraten ein Graus, heißt es. 

Landtagswahlen werden als unwichtig empfunden

Einen Grund für das positive Abschneiden der AfD erkennt der Wahlforscher Matthias Jung darin, dass die neue Partei von den etablierten stigmatisiert werde. „Die Ausgrenzung der Alternative für Deutschland ist ein Rohrkrepierer. Das bringt überhaupt nichts“, sagte der Chef der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen. So würden potentielle AfD-Wähler nur bestärkt, sich erst recht mit dieser Partei zu identifizieren.

„Polarisierung mobilisiert – und Mobilisierung ist das, was die AfD brauchen kann“, sagte Jung mit Blick auf die Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt am 13. März. Nach seinem Eindruck schöpft die AfD ihr Potential „extrem gut“ aus. „Sie ist sehr monothematisch und sehr klar, sie verwirrt die Leute nicht mit mehreren Themen. Die Strategie von Frau Petry ist also die richtige, um mit der Brechstange Wähler einzufangen“, sagte der Demoskop mit Blick auf AfD-Chefin Frauke Petry.

Jung rechnet mit einer eher niedrigen Wahlbeteiligung. „Ein Großteil der Wähler definiert auch Landtagswahlen als unwichtig, ähnlich wie Kommunal- und Europawahlen. Daher ist die Bereitschaft, mal ein verändertes oder experimentelles Wahlverhalten an den Tag zu legen, bei so einer Wahl größer.“ Dies sei die Chance für Rechtspopulisten. „Wenn wir Protestwahlverhalten haben, dann immer bei den „unwichtigen Wahlen“.

Keine Dunkelziffer zu erwarten

Der Chef der Forschungsgruppe sagte, selbst beim Thema Flüchtlingspolitik halte „höchstens die Hälfte der Leute die AfD für die kompetenteste Partei“. Ein Großteil der Wähler einer solchen Partei ziele auf einen klaren Effekt: „Das tut den großen Parteien weh, es erzeugt Aufmerksamkeit und Nachdruck, damit bestimmte Politikfelder anders geregelt werden sollen.“

Jung erwartet in puncto AfD keine allzu großen Unterschiede zwischen Umfrage- und Wahlergebnissen: „Die Dunkelziffer, die wir sonst bei rechtsradikalen Parteien wie etwa der NPD einpreisen müssen, haben wir bisher nicht gehabt. Es gibt auch noch keine Stigmatisierung dieser Partei – und wir sehen auch keine unterentwickelte Bekenntnisbereitschaft ihrer Wähler.“

Wenn andere Parteien nun mit Parolen punkten wollten, die sich kaum von denen der AfD unterschieden, bringe das nichts. „Das geht nur auf die Mühlen der AfD.“ Gerade die CSU „sollte diese Erfahrungen schon ein paar Mal gemacht haben, spätestens wenn sie sich ihren letzten Europa-Wahlkampf anschaut, als sie sich plötzlich als große Euro-Kritiker positionierte.“ Die AfD könne eine „Minderheitenmobilisierung“ betreiben. „Aber die großen Parteien müssen ja immer 60 Prozent der Wähler zumindest im Blick haben.“

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