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Umfrage vor Landtagswahlen : Zustimmung für Union und AfD sinkt

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Von der absoluten Mehrheit ist die CSU in den Umfragen weit entfernt. Bild: dpa

Vor den Landtagswahlen in Bayern und Hessen müssen die Unionsparteien Stimmeinbußen befürchten. Im Bund sinkt die AfD etwas ab.

          Die CSU liegt einer neuen Umfrage zufolge in Bayern mittlerweile bei unter 36 Prozent Zustimmung. In einer am Montag von der „Augsburger Allgemeinen“ und „Spiegel Online“ veröffentlichten Civey-Umfrage erreichten die Christsozialen 35,8 Prozent und damit zwei Prozentpunkte weniger als noch vor zwei Wochen. Damit droht der CSU bei der Landtagswahl am 14. Oktober eine historische Schlappe – zuletzt hatte sie 1954 mit 38 Prozent weniger als 40 Prozent erreicht.

          Die schlechten Umfrageergebnisse basieren nach Darstellung von Ministerpräsident Markus Söder auf der von bundespolitischen Themen dominierten Debatte. „Die Dinge, die jetzt im Moment diskutiert werden, haben ja mit Bayern nur sehr wenig zu tun im Grunde genommen“, sagte der CSU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl am Montag in München. Um in den kommenden fünf Wochen die Zustimmung für die CSU zu verbessern sei Folgendes entscheidend: „Es ist wichtig, dass wir herausarbeiten können, dass es bei der Landtagswahl um Bayern geht, nicht nur um Deutschland.“ Für die CSU sei es im Wahlkampf wichtig zu vermitteln, dass es Bayern besser gehe als allen anderen. „Bayern zeigt, wie es besser gemacht werden kann. Wir empfehlen uns als das bessere Modell für Deutschland“, betonte Söder.

          Auch in Hessen sinkt die Schwesterpartei CDU in der Gunst der Wähler. Knapp eineinhalb Monate vor der Landtagswahl kann die schwarz-grüne Koalition einer neuen Umfrage zufolge weiter nicht mit einer Fortsetzung des Regierungsbündnisses rechnen. Nach einer Insa-Erhebung im Auftrag der „Bild“-Zeitung (Montag) steht die CDU derzeit nur bei 29 Prozent – vier Prozentpunkte weniger als bei der vorherigen Umfrage vor vier Monaten. Die Grünen würden nach aktuellem Stand auf 14 Prozent kommen. Ebenso stark wäre die AfD, die bisher nicht im Landtag vertreten ist. Zweitstärkste Partei wäre demnach die SPD mit 24 Prozent, auch Linke (acht Prozent) und FDP (sieben Prozent) würden in das Parlament in Wiesbaden einziehen.

          Parlamentarische Mehrheiten gäbe es damit sowohl für eine schwarz-rote Koalition aus CDU und SPD, die zusammen 53 Prozent erreichen würden, als auch für eine Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP, die zusammen auf 50 Prozent kämen. Gewählt wird in Hessen am 28. Oktober.

          Nach den Vorfällen von Chemnitz und den anschließenden Debatten um rechte Gewalt ist auch die AfD laut einer Umfrage im Zuspruch der Wähler abgerutscht. In dem am Montag veröffentlichten Trendbarometer der Fernsehsender RTL und n-tv sackte die Partei im Vergleich zur Vorwoche um zwei Prozentpunkte auf 14 Prozent ab. Die Linkspartei legte demnach um zwei Punkte auf zehn Prozent zu.

          Für die Umfrage befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa vom 3. bis 7. September 2507 Wahlberechtigte. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei 2,5 Prozentpunkten. Forsa-Chef Manfred Güllner erklärte die Verluste der AfD damit, dass die Partei aufgrund des sich formierenden Widerstands gegen Gewalt von rechts Stimmen verliere.

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