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Umfrage unter Schulleitungen : Gewalt gegen Lehrer steigt

Immer öfter Opfer von Attacken: Lehrer an allen Schulformen Bild: dpa

Mehr als 60 Prozent der Schulleiter berichten von Fällen, in denen Lehrer psychische Gewalt erlebten. 34 Prozent erlebten sogar physische Gewalt – 2018 waren es noch 26 Prozent. Besonders betroffen sind Grundschulen.

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          Es ist keineswegs nur die feige Gewalt im Internet, die Lehrer aller allgemeinbildenden Schulen zunehmend zu ertragen haben, sondern tatsächlich auch physische Gewalt. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) unter Schulleitungen in Deutschland hervor. 34 Prozent der Schulleitungen gaben an, dass es in den letzten fünf Jahren Fälle körperlicher Gewalt gegen Lehrer an ihren Schulen gab. 2018 waren es noch 26 Prozent. 61 Prozent berichten von Fällen, in denen Lehrer direkt psychische Gewalt erlebten. 2018 waren es noch 48 Prozent. Eine ähnlich starke Steigerung gibt es bei der psychischen Gewalt im Internet, die 2018 von 20 Prozent der Schulleitern genannt wurde, 2020 von 32 Prozent.

          Heike Schmoll
          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Schulformabhängig gibt es wichtige Abweichungen in den Befunden. Direkte psychische Gewalt tritt deutlich häufiger an Sekundarschulen (außer dem Gymnasium auf) (73 Prozent), psychische Gewalt über das Internet häufiger nach der Grundschule (Sekundarschulen 52 Prozent, Gymnasien 46 Prozent). Körperliche Gewalt indessen tritt am häufigsten in der Grundschule auf (40 Prozent, 2018 waren es 34 Prozent). Am Gymnasium ist physische Gewalt am seltensten, hier waren es sieben Prozent, an Haupt-, Real- und Gesamtschulen 21 Prozent.

          Unkooperative Eltern, uneinsichtige Schüler

          „Jüngere Kinder können ihre Emotionen noch nicht so gut kontrollieren und wissen sich manchmal nicht anders zu helfen“, kommentierte der Bundesvorsitzende des VBE Udo Beckmann die hohen Gewaltraten an der Grundschule. Dennoch sei das eine bedenkliche Zahl, die in den Kultusministerien zu der Frage führen sollte, wie die Lehrer unterstützt werden können. Ernüchternd ist auch, dass 2018 noch 87 Prozent der Schulleitungen angaben, dass es in den allermeisten Fällen gelungen sei, ihre Kollegen bei Gewalt durch Schüler ausreichend zu unterstützen, 2020 waren es nur noch 56 Prozent.

          Die Hürden dafür liegen oft bei den Eltern, die nicht kooperationswillig sind, aber auch bei uneinsichtigen Schülern, einer zu bürokratisch organisierten Meldung von Vorfällen, einer Überlastung mit Aufgaben in der Schulleitung. Vor allem aber fürchten viele Schulleiter um die Reputation ihrer Schule und versuchen, Gewaltvorfälle möglichst zu verschweigen. Einige scheinen auch in vorauseilendem Gehorsam zu handeln, weil sie glauben, dass die Meldung von Vorfällen von der Schulbehörde nicht gewünscht ist.

          Der VBE fordert deshalb die Einsetzung multiprofessioneller Teams an allen Schulen, damit Konflikte mit Fachleuten aus der Sozialarbeit, der Sozialpädagogik und Psychologie schnell und vertrauensvoll bearbeitet werden können. Er appelliert außerdem an die Kultusministerien, Statistiken zu führen und diese regelmäßig zu veröffentlichen. Die betroffenen Lehrer und die Schulleitung müssten die volle Unterstützung des Dienstherrn erhalten, dazu zähle auch die unbürokratische Meldung und schnelle Hilfe nach einem Vorfall. Darüberhinaus müssten Lehrer besser auf den Umgang mit ganz unterschiedlichen Schülern und das Verhalten in Konfliktsituationen vorbereitet werden. Dazu seien ein breites Fortbildungsangebot und mehr Aufmerksamkeit schon in der Lehrerausbildung nötig, fordert der VBE.

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