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Umfrage : Söders CSU stagniert auf hohem Niveau

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Mehr geht nicht: Die CSU von Markus Söder liegt derzeit kaum verändert knapp unter der 50-Prozent-Marke. Bild: dpa

Die Corona-Pandemie hat der bayerischen Staatsregierung viel Zuspruch eingebracht. Die absolute Mehrheit aber erringt sie damit nicht.

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          Das Corona-Krisenmanagement der bayerischen Staatsregierung lässt die CSU um ihren Parteichef Markus Söder weiter von einer absoluten Mehrheit bei künftigen Wahlen träumen. Im „BR-BayernTrend“ im Auftrag des BR-Politikmagazins „Kontrovers“ kommen die Christsozialen auf 48 Prozent und liegen damit nur leicht unter dem Wert von Anfang April (49 Prozent), aber klar vor dem Ergebnis der Wahl von 2018 (37,2). Damit stagniert die CSU auf hohem Niveau.

          Dagegen können die Freien Wähler weiterhin von der Zustimmung der Bayern zur Arbeit der Regierung kaum profitieren. Der Koalitionspartner von Ministerpräsident Söder kommt wie im April auf gerade einmal acht Prozent und landet damit hinter dem Ergebnis der Landtagswahl 2018 (11,6). Die Grünen kommen in der Umfrage auf 19 Prozent, die SPD auf neun Prozent. Die AfD liegt sogar bei nur noch fünf Prozent und die FDP muss mit drei Prozent sogar das Ausscheiden aus dem Landtag fürchten.

          Generell sinkt die Zustimmung zum Corona-Krisenmanagement der Staatsregierung verglichen mit der vergangenen Umfrage zwar leicht - befindet sich insgesamt aber weiterhin auf hohem Niveau: Knapp neun von zehn Wahlberechtigten in Bayern (87 Prozent) sind entweder sehr zufrieden (36 Prozent) oder zufrieden (51 Prozent) mit der Arbeit des Kabinetts. Nur 13 Prozent üben Kritik. Der Zuspruch reicht nach wie vor weit in das Lager der Opposition. Selbst von den AfD-Anhängern äußert sich im Freistaat gut die Hälfte (54 Prozent) anerkennend.

          Söder selbst genießt in der Umfrage weiter unangefochten höchsten Zuspruch – 90 Prozent der Wahlberechtigten loben seine Arbeit. Anfang April waren dies sogar 94 Prozent gewesen. Damit steht er im bundesweiten Vergleich an der Spitze der Länderchefs, die seit Februar 2020 in separaten Umfragen von infratest dimap abgefragt worden waren. Demnach kommt etwa Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) in seinem Bundesland nur auf 68 Prozent. Mit Söders Stellvertreter, Wirtschaftsminister und Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger, ist dagegen in Bayern nicht mal mehr jeder zweite Befragte zufrieden (49 Prozent). Er verliert damit seit April acht Prozentpunkte.

          Zwei Drittel der Befragten sind der Umfrage zufolge mit den bisherigen Erleichterungen im öffentlichen Leben in der Corona-Pandemie zufrieden (67 Prozent). Für ein Achtel (13 Prozent) gehen sie aber noch nicht weit genug. 18 Prozent empfinden dagegen die Lockerungen als zu weitgehend. Mit den Infektionszahlen in den vergangenen Wochen ging auch die Sorge der Bayern vor einer Ansteckung mit dem Virus zurück: Drei von zehn (29 Prozent) machen sich sehr große oder große Sorgen. Im April waren dies noch vier von zehn Bayern (42 Prozent).

          Zudem gab knapp jeder Fünfte (18 Prozent) an, Politik und Medien hätten bei der Gefährlichkeit des Corona-Virus bewusst übertrieben und die Öffentlichkeit getäuscht. Die übergroße Mehrheit (77 Prozent) teilt diese Ansicht nicht.

          Auch bei den wirtschaftlichen Ängsten verzeichnete die Umfrage einen leicht rückläufigen Trend: Nach 71 Prozent im April äußerten aktuell zwei Drittel der Bayern (64 Prozent) große bis sehr große Sorgen, dass sich die Lage im Freistaat verschlechtern könnte. Jedoch haben deutlich weniger Menschen Angst um ihre persönliche wirtschaftliche Lage: Nur ein Fünftel der bayerischen Wahlberechtigten (22 Prozent) gibt hier an, wegen Corona besorgt zu sein.

          Mit Blick auf den anstehenden Sommerurlaub gaben 44 Prozent an, dass sie nach dem jetzigen Stand dieses Jahr wohl zu Hause bleiben und die Koffer gar nicht packen wollen. 34 Prozent planen aktuell im Sommer eine Urlaubsreise in Deutschland, nur 19 Prozent wollen ins europäische Ausland. Gerade einmal 5 Prozent wollen trotz der bestehenden Einschränkungen im internationalen Reiseverkehr ihren Urlaub außerhalb Europas verbringen.

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