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Umfrage : Nur jeder siebte Deutsche hält Russland für vertrauenswürdig

  • Aktualisiert am

Macht sich mit seiner Politik bei den Deutschen nicht beliebt: Russlands Präsident Wladimir Putin Bild: dpa

Die Deutschen begegnen der Politik des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit tiefer Skepsis. Mehr als 80 Prozent glauben laut der Umfrage „ARD-Deutschlandtrend“, dass man Russland nicht vertrauen könne.

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          Nur etwa jeder siebte Deutsche (15 Prozent) hält Russland und seine Regierung für vertrauenswürdig. 81 Prozent äußerten dagegen im aktuellen „ARD-Deutschlandtrend“ die Auffassung, dass man Russland nicht vertrauen könne. Das ist demnach der zweitschlechteste Wert, der bisher im „Deutschlandtrend“ gemessen wurde.

          83 Prozent stimmten in der Umfrage zudem der Aussage zu, dass die russische Regierung zunehmend demokratische Grundrechte missachte. Nur zwölf Prozent waren nicht dieser Ansicht. Allerdings hielten es immerhin 47 Prozent für nachvollziehbar, dass sich Russland vom Westen bedroht fühle.

          Nur 13 Prozent vertrauen dem „ARD-Deutschlandtrend“ zufolge darauf, dass der in Minsk ausgehandelte Waffenstillstand für die Ostukraine auf Dauer halten wird. 86 Prozent sind dazu weniger oder gar nicht zuversichtlich.

          Geteiltes Echo auf Griechenland-Hilfe

          Die letzte Woche im Bundestag beschlossene Verlängerung des Hilfspakets für Griechenland stößt in der Bevölkerung auf ein geteiltes Echo. 49 Prozent der Deutschen finden die Verlängerung des Hilfsprogramms richtig, 47 Prozent halten sie für falsch. Das hat eine Umfrage des ARD-Deutschlandtrends von Montag bis Dienstag dieser Woche ergeben.

          Die griechische Regierung hat im Zuge des Hilfspakets gegenüber der EU versichert, Reformen, zum Beispiel bei der Bekämpfung der Korruption und der Steuerhinterziehung, umzusetzen. 25 Prozent der Befragten trauen der griechischen Regierung zu, die Reformen umzusetzen. 71 Prozent trauen dies der griechischen Regierung nicht zu.

          Große Koalition mit stabilen Werten

          In der Sonntagsfrage liegt die Union mit 41 Prozent weiterhin vorn (+/-0 im Vergleich zu Anfang Februar). Die SPD kommt auf 25 Prozent (+/-0). Die Grünen erreichen zehn Prozent (+/-0), die Linke neun Prozent (+/-0). Die AfD kommt auf sechs Prozent (+/-0). Die FDP kann etwas aufholen und erreicht vier Prozent (+ 1 Punkt). Für die Sonntagsfrage im Auftrag der ARD-Tagesthemen hat das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap von Montag bis Mittwoch dieser Woche 1506 Wahlberechtigte bundesweit befragt.

          Das Ansehen der Bundesregierung in der Bevölkerung erreicht den zweithöchsten Wert in dieser Amtsperiode: 58 Prozent der Deutschen sind mit der Arbeit der Bundesregierung zufrieden oder sehr zufrieden (+1). 41 Prozent (+/-0) sind weniger beziehungsweise gar nicht zufrieden.

          Zwei in dieser Woche diskutierte Vorhaben der Regierungskoalition kommen dagegen nicht so gut weg. 52 Prozent (-2 im Vergleich zu November 2014) der Befragten lehnen die Einführung einer PKW-Maut auf Autobahnen, bei der es für deutsche Autofahrer einen finanziellen Ausgleich bei der KFZ-Steuer geben soll, ab. 43 Prozent (+/-0) befürworten eine solche Regelung.

          Auch die Pläne der Bundesregierung zur Tarifeinheit stoßen bei den Bürgern auf geteiltes Echo. Dem Gesetzentwurf zufolge soll, wenn sich mehrere Gewerkschaften in einem Betrieb nicht über die Vertretungshoheit einigen können, nur die größte Gewerkschaft den Tarifvertrag verhandeln und zum Streik aufrufen dürfen. 45 Prozent der Befragten begrüßen eine solche Regelung (+/-0 im Vergleich zu November). 48 Prozent (-1) sind der Meinung, dass weiterhin auch kleinere Gewerkschaften Tarifverträge abschließen und streiken dürfen sollen.

          Steinmeier populär

          Die Liste der beliebtesten Politiker führt Außenminister Frank-Walter Steinmeier an. 72 Prozent sind mit seiner Arbeit zufrieden beziehungsweise sehr zufrieden (+1 im Vergleich zu Februar, Vergleichszeitraum gilt für alle hier genannten Politiker). Ihm folgt Angela Merkel mit 70 Prozent Zustimmung (+/-0). Finanzminister Wolfgang Schäuble kommt mit 68 Prozent Zustimmung auf Platz drei (+3).

          Platz vier erreicht Innenminister Thomas de Maizière mit 49 Prozent Zustimmung (-7). Gleichauf mit ebenfalls 49 Prozent Zustimmung liegt Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (-5). Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen kommt auf 43 Prozent Zustimmung (-6). Der Fraktionsvorsitzende der Linken Gregor Gysi erreicht 38 Prozent Zustimmung (-1). Arbeitsministerin Andrea Nahles kommt auf 38 Prozent (-1).

          Befragt wurden am 2. und 3. März 1006 repräsentativ ausgewählte Bürger ab 18 Jahren.

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