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Infratest-Umfrage : Mehrheit der Deutschen lehnt Groko ab

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CDU-Chefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel und SPD-Chef Martin Schulz reichen sich am Ende der Sondierungen am Freitag die Hand. Bild: dpa

CDU, CSU und SPD legen in der Wählergunst zu. Gleichzeitig ist die Ablehnung gegen eine Neuauflage der großen Koalition groß – vor allem unter den Anhängern einer Partei.

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          Eine Mehrheit der Deutschen lehnt laut einer Umfrage des Instituts Infratest dimap eine Neuauflage der großen Koalition ab. In der vergangene Woche vorgenommenen Befragung für die „Welt am Sonntag“ bezeichneten 52 Prozent ein solches Bündnis als „weniger gut“ oder „schlecht“. Nur 40 Prozent bewerteten eine neue „Groko“ als „gut“ oder „sehr gut“.

          Unter den Anhängern der SPD ist die Skepsis gegenüber einer Fortsetzung der Regierungszusammenarbeit mit der Union demnach noch größer. Hier lehnten 60 Prozent eine große Koalition ab, nur 38 Prozent bewerteten diese positiv.

          Umgekehrt ist das Verhältnis bei den Anhängern der Union mit 67 Prozent Zustimmung und 30 Prozent Ablehnung. Die Befragung erfolgte allerdings vor Bekanntwerden der Sondierungsergebnisse.

          CDU, CSU und SPD hatten sich am Freitagmorgen nach einem 26-stündigen Sitzungsmarathon darauf verständigt, Koalitionsverhandlungen aufnehmen zu wollen. Doch die Neuauflage der großen Koalition könnte noch am Veto der SPD-Mitglieder scheitern.

          Am kommenden Sonntag wird zunächst ein Sonderparteitag in Bonn über die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen entscheiden. Über den Koalitionsvertrag selbst sollen dann alle SPD-Mitglieder abstimmen.

          In der SPD gibt es aber Widerstand, vor allem von Seiten der Jugendorganisation, den Jusos. Sie wollen mit einer „NoGroKo“-Tour für die Ablehnung eines abermaligen Bündnisses mit der Union werben.

          In einer Emnid-Umfrage empfahl eine Mehrheit der Befragten der SPD allerdings, auf ihrem Sonderparteitag der Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit CDU und CSU zuzustimmen. Diese Ansicht äußerten in der Umfrage für die „Bild am Sonntag“ 60 Prozent. 30 Prozent sprachen sich dagegen aus. Emnid befragte am Freitag 500 repräsentativ ausgewählte Bürger.

          Dass Schulz seine Parteibasis überzeugen kann, glaubt eine Mehrheit der Bundesbürger einer anderen Umfrage zufolge aber nicht. 45 Prozent der Befragten (40 Prozent der SPD-Anhänger) sagten in einer Erhebung des Instituts Civey für die Funke-Mediengruppe „nein“ oder „eher nein“. Rund 38 Prozent waren gegenteiliger Ansicht. 17 Prozent waren unentschieden.

          In der Wählergunst legten die Groko-Parteien CDU, CSU und SPD unterdessen zu. CDU/CSU haben gegenüber der Vorwoche ebenso einen Prozentpunkt gewonnen wie die Sozialdemokraten. Das zeigt der aktuelle Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Emnid wöchentlich für die Zeitung „Bild am Sonntag“ erhebt.

          Die Union kommt demnach auf 34 und die SPD auf 21 Prozent. Auch die AfD legte einen Punkt auf 13 Prozent zu. Die Linke erreichte wie in der Vorwoche neun Prozent, während Grüne und FDP je einen Punkt verloren und auf elf beziehungsweise acht Prozent kommen.

          Für die Erhebung wurden den Angaben zufolge 1899 Personen zwischen dem 4. und 10. Januar befragt. Damit fand die Erhebung noch vor dem Ende der Sondierungsgespräche von CDU, CSU und SPD statt.

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