https://www.faz.net/-gpf-86uxl

Allensbach-Studie : Die Rückkehr der FDP

  • -Aktualisiert am

Profilverlust der AfD

Das gilt insbesondere für die Kritik an der Gemeinschaftswährung und der europäischen Integration, die in der Gründungsgeschichte der Partei eine herausragende Rolle spielte und für die vor allem Bernd Lucke und sein Flügel in der Partei standen. Noch im vergangenen Jahr sahen 58 Prozent der Bürger in der AfD die Partei, die für die Abschaffung des Euros eintritt, jetzt sind es noch 38 Prozent.

Die Überzeugung, dass die AfD für eine Rückverlagerung von Kompetenzen von der EU-Ebene auf die nationale Ebene steht, ist im selben Zeitraum von 49 auf 32 Prozent zurückgegangen.

Gleichzeitig hat die AfD auch bei den Themen an Profil eingebüßt, die in dem abgespaltenen Lucke-Flügel eine geringere Rolle spielten, eine umso größere dagegen in der übrigen Partei: Zuwanderung und Asyl. 2014 sahen 60 Prozent in der AfD die Partei, die für eine Begrenzung der Zuwanderung eintritt, jetzt noch 46 Prozent.

Bevölkerung weiß von „Alfa“

Parallel dazu hat sich die Überzeugung zurückgebildet, dass die AfD ein Anwalt strengerer Asylgesetze ist. Auch die Vertretung nationaler Interessen oder Engagement für eine Bekämpfung der Kriminalität werden heute signifikant weniger mit der AfD in Verbindung gebracht als noch vor einem Jahr.

Wenn morgen Bundestagswahl wäre: Sänke das Ergebnis der AfD auf 3,5 Prozent.

Wie weit es Bernd Lucke gelingen kann, mit der Gründung der „Allianz für Fortschritt und Aufbruch“ Terrain zu besetzen, das hierdurch teilweise frei wurde, ist fraglich. Zwar haben immerhin 56 Prozent registriert, dass es die Neugründung Alfa gibt. Unter Verweis auf Bernd Lucke erhöht sich der Anteil, der sich zumindest vage an die Neugründung erinnert, auf 66 Prozent.

Zurzeit können sich jedoch nur weniger als 5 Prozent vorstellen, diese Partei künftig bei einer Wahl, sei es auf Bundes-, Landes- oder kommunaler Ebene, zu unterstützen. Aber es ist zu früh, um die Entwicklung dieses bisher nur in Ansätzen sichtbaren neuen politischen Angebots und seiner Chancen abschätzen zu können.

FDP – Anwalt der Marktwirtschaft

Während die Schwächung der AfD mit einem auffallenden Profilverlust einhergeht, gilt keineswegs im Umkehrschluss, dass die wachsende Unterstützung für die FDP von einer starken Profilierung begleitet ist. Vielmehr gilt für die FDP wie für die AfD, dass ein bemerkenswert großer Anteil der Bürger mit ihnen kein klares politisches Programm verbindet.

46 Prozent trauen sich kein Urteil zu, wofür die AfD steht; 41 Prozent haben keine klaren Vorstellungen von dem Programm der FDP. Dass dies keineswegs zwangsläufig das Schicksal kleiner Parteien ist, zeigen Linke und Grüne: Von dem Programm der Linken haben nur 27 Prozent der Bevölkerung keine klaren Vorstellungen, von dem der Grünen 19 Prozent.

Die FDP hat seit längerem ein relativ blasses Profil, das in einigen Punkten zuletzt an Konturen gewonnen, in anderen verloren hat. Sie wird vor allem mit Wirtschaftsförderung und speziell der Förderung des Mittelstands verbunden und gilt als Anwalt der Marktwirtschaft. Mit einigem Abstand folgen politische Ziele, die zum Kernbestand liberaler Programmatik zählen: sich für möglichst wenig staatliche Eingriffe in die Wirtschaft einsetzen, Verteidigung der Freiheit der Bürger gegen ein Übermaß an staatlicher Lenkung, Förderung der Eigenverantwortung, Senkung von Steuern und Abgaben.

Weitere Themen

Trump attackiert die eigene Partei Video-Seite öffnen

Ohne Rückhalt : Trump attackiert die eigene Partei

Viel können die Demokraten nicht, wenn es nach dem amerikanischen Präsidenten geht. Aber wenigstens hielten sie zusammen – im Gegensatz zu den Republikanern, kritisiert Donald Trump.

Topmeldungen

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.