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Forsa und Ifo-Umfrage : Große Mehrheit der Deutschen mit Corona-Politik zufrieden

  • -Aktualisiert am

Während des Lockdowns haben sich viele Deutsche zu helfen gewusst – und haben Sport im Freien gemacht. Bild: dpa

Nach wie vor begrüßen die meisten Deutschen die Maßnahmen der Regierung während der Pandemie. Ausnahmen bilden Landwirte und AfD-Wähler.

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          Die große Mehrheit der Deutschen ist nach wie vor zufrieden mit der Art, wie die Politik gegen die Corona-Pandemie vorgeht. In einer aktuellen Befragung, die das Forsa- und das Ifo-Institut vorlegten, heißt es, 65 Prozent der Teilnehmer hätten die im März von der Politik beschlossenen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus als „gerade richtig“ bezeichnet. 17 von hundert Befragten hätten sich eine noch strengere Vorgehensweise gewünscht, ebenfalls 17 Prozent hätten die Maßnahmen als „zu streng“ bezeichnet. Der Geschäftsführer des Forsa-Instituts, Manfred Güllner, stellte die Studie am Montag in Berlin vor und wies darauf hin, dass mehr als 30.000 repräsentativ ausgewählte Personen befragt worden seien. Der Befragungszeitraum erstreckte sich vom 8. bis zum 20. Juni.

          Eckart Lohse
          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

          Die Zufriedenheitswerte in Ost- und Westdeutschland weichen nur geringfügig voneinander ab. Im Osten zeigten sich insgesamt 63 Prozent der Befragten einverstanden mit dem Vorgehen der Politik, im Westen waren es 65. Frauen waren in noch höherem Maße (69 Prozent) einverstanden als Männer (61 Prozent). Die Zufriedenheit wuchs mit dem Alter. 77 Prozent der Befragten im Alter von achtzig Jahren oder mehr zeigten sich einverstanden.

          In den Berufsgruppen herrschte die größte Zustimmung zu den Lockdown-Regeln bei Beamten (67 Prozent), die geringste bei den Landwirten (47 Prozent). Sogar von den befragten Selbständigen äußerten sich 58 Prozent zufrieden mit dem Vorgehen der Politik, immerhin 26 Prozent waren jedoch der Auffassung, dass zu strenge Maßnahmen ergriffen worden seien.

          Unter den Anhängern der meisten Parteien lag die Zustimmungsrate fast durchweg hoch oder sehr hoch: CDU/CSU 72 Prozent, SPD 71, Grüne 70. Bei FDP- und Linken-Anhängern waren es noch 60 Prozent, nur von den AfD-Anhängern zeigten sich lediglich 30 Prozent einverstanden, 48 Prozent äußerten hingegen, die Maßnahmen seien zu streng. Die bisher erfolgten Lockerungen werden im Wesentlichen als richtig (47 Prozent) oder als zu früh (34 Prozent) bewertet. Nur 15 von hundert Befragten kritisierten die Lockerungen als nicht weitgehend genug.

          Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der bei der Präsentation der Studie zugegen war, kündigte an, Deutschland werde während seiner Ratspräsidentschaft in der Europäischen Union an einer größeren Unabhängigkeit Europas bei der Versorgung mit Medikamenten arbeiten.

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