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Umfrage : Bundeswehr immer beliebter

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Gespalten ist die Bevölkerung bei der Wehrpflichtfrage Bild: ddp

Nach einer Umfrage im Auftrag des Verteidigungsministeriums ist das Bild der Streitkräfte in Deutschland „positiver denn je“. Die Daten wurden allerdings schon im September, also vor den Affären „Kurnaz“ und „Totenschädel“ erhoben.

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          Die Einstellung der deutschen Bevölkerung zur Bundeswehr ist angeblich „positiver denn je“. Das geht nach Angaben des Verteidigungsministeriums aus einer von ihm in Auftrag gegebenen Umfrage des Instituts Emnid hervor.

          87 Prozent der Bevölkerung stehen demnach der Bundeswehr „positiv“ oder „eher positiv“ gegenüber; in den vergangenen beiden Jahren wurden hier die Werte 85 und 83 Prozent gemessen. Auch bei der „Jugend“ (16 bis 20 Jahre) überwiegt das positive Bild mit 76 Prozent (2005: 72; 2004: 70 Prozent). Größer ist die Kluft allerdings, was das Interesse an Themen der Sicherheits- und Verteidigungspolitik betrifft. Bekunden 57 Prozent der Gesamtbevölkerung hier Interesse, so ist es bei der Jugend nur gut ein Drittel (32 Prozent). Dieses Phänomen hat Bundespräsident Köhler im vergangenen Jubiläumsjahr der Bundeswehr als „freundliches Desinteresse“ charakterisiert.

          Katastrophenhelfer gern gesehen

          Gespalten ist die Bevölkerung - insgesamt wie auch die jungen Leute - in der Wehrpflichtfrage: Die Hälfte ist dafür, die andere Hälfte dagegen. Allerdings rechnen die meisten (82 Prozent) damit, daß die Wehrpflicht in den nächsten Jahren Bestand haben wird; zumindest bis 2009 lautet so auch die Beschlußlage der großen Koalition.

          Aus der Umfrage geht auch hervor, daß die „Armee im Einsatz“ skeptisch beurteilt wird, während die hergebrachten Aufgaben der Bundeswehr nahezu umumstritten sind: Landesverteidigung sehen 96 Prozent (Jugend: 89 Prozent) als „Kernaufgabe“ an. Auch werden Soldaten als uniformierte Katastrophenhelfer im Inland (99 Prozent) wie im Ausland (90 Prozent) von den Deutschen gern gesehen. Das gilt in etwas schwächerem Maße auch für die Beteiligung an Auslandseinsätzen zur Friedenssicherung oder Friedenserhaltung im multinationalen Rahmen (81 Prozent; Jugend: 85 Prozent). Die Beteiligung an internationalen Kampfeinsätzen zur Friedensschaffung unter UN-Mandat heißt hingegen nur gut die Hälfte gut (56 Prozent; Jugend: 51 Prozent).

          Mit der Einschätzung zu den konkreten Bundeswehreinsätzen korreliert diese grundsätzliche Einstellung allerdings nur zum Teil: Der Isaf-Einsatz in Afghanistan, ein Stabilisierungsauftrag, wird nur von jedem zweiten Deutschen gutgeheißen (52 Prozent; Jugend: 44 Prozent). Die Balkan-Einsätze unterstützen 69 Prozent (Jugend: 57 Prozent), den Kongo-Einsatz 47 Prozent (aber Jugend: 59 Prozent). Bemerkenswert gut kommt der Anti-Terror-Einsatz „Enduring Freedom“ weg (68 Prozent Zustimmung; Jugend: 64 Prozent). Allerdings sind die Umfragedaten unter 2000 repräsentativ ausgewählten Personen im Laufe des Septembers erhoben worden, also vor den Affären „Kurnaz“ und „Totenschädel“. Im Zuge dieser Affären wurden einzelne deutsche Soldaten bezichtigt, in früheren Jahren Verfehlungen in Afghanistan begangen zu haben, teils im Rahmen von „Enduring Freedom“, teils von Isaf.

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