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Umfrage : AfD kommt in Sachsen auf 25 Prozent

  • Aktualisiert am

Jubel nach dem überraschenden Wahlerfolg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im März: André Poggenburg und Björn Höcke Bild: dpa

Die AfD kann bei Wählern in Ostdeutschland weiter punkten. In einer aktuellen Umfrage liegt sie in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt bei mehr als 20 Prozent.

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          Die „Alternative für Deutschland“ (AfD) kann in Sachsen einer Umfrage zufolge derzeit 25 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinen. Damit hat die Partei ihre Anhängerschaft im Freistaat innerhalb eines guten Jahres fast verdoppelt und wäre nun zweitstärkste Kraft hinter der CDU, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Instituts Infratest dimap für den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) hervorgeht. Auch in Thüringen und Sachsen-Anhalt liegt die AfD demnach bei mehr als 20 Prozent.

          Wenn in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen am Sonntag neue Landtage gewählt würden, ginge die CDU in allen drei Ländern zwar als Sieger aus den Abstimmungen hervor. Trotzdem würde es für die derzeit regierenden Koalitionen in Sachsen und Thüringen voraussichtlich nicht mehr reichen.

          In Sachsen käme die CDU/SPD-Regierung nur noch auf 46 Prozent der Stimmen. Bei der Landtagswahl 2014 hatten beide Parteien zusammen noch knapp 52 Prozent erreicht. Jeder vierte Sachse würde heute sein Kreuz bei der AfD machen. Als die Partei 2014 im Freistaat erstmals in einen Landtag einzog, kam sie dort auf 9,7 Prozent.

          Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) sieht die schlechten Umfragewerte für Schwarz-Rot als „deutliches Signal“. Es sei aber auch nicht überraschend, sagte er dem MDR. Gegenwärtig seien schwierige Zeiten, beispielsweise durch die Flüchtlingskrise. Angesichts des deutlichen Zuwachses für die AfD forderte Tillich, die demokratischen Parteien müssten verstärkt für ihre Überzeugungen werben und die Wähler stärker an sich binden. „Die AfD sammelt alles das, was an Unzufriedenheit ist, zusammen.“

          Dulig: AfD wählen, um Politiker „wachzurütteln“

          Sachsens Vizeregierungschef Martin Dulig (SPD) sprach von einem „Weckruf“. Es sei „Vertrauen verloren gegangen“, sagte er dem MDR. Viele Menschen „haben das Gefühl, man muss jetzt AfD wählen, um uns da wachzurütteln“. Die AfD werde „aus Unzufriedenheit, aus Wut, aus Enttäuschung, aus Ohnmacht“ gewählt. Die Menschen trauten der Partei aber nicht zu, die Probleme zu lösen. Tatsächlich ist etwa die Hälfte der Befragten in Sachsen zufrieden mit der Landesregierung. Nur sieben Prozent trauen indes der AfD am ehesten zu, die wichtigsten Aufgaben zu lösen.

          Auch in Thüringen könnte nach der neuen Erhebung die Mehrheit für Rot-Rot-Grün wackeln. Vor allem die Linkspartei von Ministerpräsident Bodo Ramelow würde an Wählergunst verlieren. Auch in Thüringen legte die AfD zu und käme jetzt auf 21 Prozent.

          Etwas anders ist die Lage in Sachsen-Anhalt: Dort würden CDU und SPD sogar mehr Stimmen erhalten als zur Landtagswahl vor acht Monaten – und beide Parteien könnten damit sogar auf die Grünen verzichten. In Magdeburg regiert derzeit ein schwarz-rot-grünes Bündnis. Die AfD, die bei der Landtagswahl im Frühjahr auf 24,3 Prozent gekommen war, würde jetzt 22 Prozent bekommen.

          Infratest dimap befragte in allen drei Ländern vom 15. bis 19. November jeweils tausend Bürger.

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