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Umfrage : AfD fällt nach Boateng-Äußerung in Wählergunst

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AfD-Chefin Frauke Petry und der stellvertretende Vorsitzende Alexander Gauland unterhalten sich auf dem AfD-Parteitag im April. Bild: AFP

Die umstrittenen Aussagen über Fußball-Nationalspieler Jerome Boateng scheinen der AfD zu schaden. Partei-Chefin Frauke Petry legt dennoch nach – mit Kritik an Mesut Özil.

          Nach der umstrittenen Äußerung des stellvertretenden AfD-Chefs Alexander Gauland zu Nationalspieler Jerome Boateng sinkt seine Partei in der Wählergunst. Im Sonntagstrend des Meinungsforschungsinstituts Emnid für die „Bild am Sonntag“ verliert die AfD zwei Punkte und kommt auf zwölf Prozent. Jeweils einen Zähler zulegen können SPD mit 22 Prozent und Grüne mit 13 Prozent. Die Union kommt wie in der Vorwoche auf 33 Prozent. Ebenfalls unverändert bleiben Linke mit neun Prozent und FDP mit sechs Prozent.

          Gauland hatte in einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung über den dunkelhäutigen Boateng gesagt, als Spieler werde er für gut befunden, aber als Nachbarn wolle man ihn nicht haben. AfD-Chefin Frauke Petry äußert sich nun kritisch über Nationalspieler Mesut Özil. Özils Pilgerreise nach Mekka gehöre zwar zu den religiösen Pflichten eines Muslims, doch frage sie sich, ob „man sie aller Welt präsentieren muss“, sagte Petry der „Welt am Sonntag“. „Man könnte Özil fragen, ob er mit diesem Bekenntnis auch eine politische Aussage treffen wollte“, fügte sie hinzu.

          Özil hatte zuvor auf seiner Facebook-Seite ein Foto von sich in traditioneller Kleidung vor der Kaaba, dem quaderförmigen Gebäude in der Heiligen Moschee in Mekka, veröffentlicht. Dies war bereits am vergangenen Montag in Petrys Landesverband Sachsen auf heftige Kritik gestoßen. Mittelsachsens Kreisvorstand Andrea Kersten bezeichnete die Pilgerfahrt laut „WamS“ als ein „antipatriotisches Signal“.

          In dem Interview mit „Welt am Sonntag“ nannte es Petry zudem „schade, dass Mesut Özil als Identifikationsfigur für so viele Kinder und Jugendliche die Nationalhymne nicht mitsingt“. Die AfD-Vorsitzende bekräftigte gleichzeitig die Kritik ihrer Partei am Islam: Die „Grundgesetzwidrigkeit des Islam“ sei eine „Tatsache“, sagte sie.

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