https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/umfrage-afd-erzielt-rekordwert-in-der-waehlergunst-13164899.html

Umfrage : AfD erzielt Rekordwert in der Wählergunst

  • Aktualisiert am

AfD-Chef Bernd Lucke bei einer Pressekonferenz nach den Landtagswahlen in Brandenburg und Thüringen Bild: Lüdecke, Matthias

Die AfD hat in der Sonntagsfrage den höchsten Wert seit ihrer Gründung erreicht. CSU-Chef Horst Seehofer schließt eine Koalition mit ihr aus, „solange die Partei es nicht schafft, sich von den rechtsradikalen Elementen zu trennen“.

          1 Min.

          Nach ihren Wahlerfolgen in Brandenburg und Thüringen hat die Alternative für Deutschland (AfD) auch in der bundesweiten Wählergunst weiter zugelegt. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag der „Bild am Sonntag“ käme die Partei derzeit auf acht Prozent der Stimmen. Das ist ein Prozentpunkt mehr als in der Vorwoche und der höchste Stand, der seit ihrer Gründung für die AfD gemessen wurde.

          Einen Prozentpunkt abgeben muss hingegen die Union, die auf 40 Prozent kommt. Unverändert bleiben die Werte von SPD (25 Prozent), Linkspartei (neun Prozent), Grünen (neun Prozent) und FDP (drei Prozent).

          Der Höhenflug der AfD weckt in der Union die Sorge vor Stimmverlusten. Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer glaubt, dass die Partei der Union bei der nächsten Bundestagswahl Konkurrenz machen wird. „Die Stimmungen ändern sich heutzutage sehr schnell. Niemand kann sie für drei Jahre vorhersagen. Aber ich gehe davon aus, dass die AfD 2017 ein ernsthafter Mitbewerber sein wird“, sagte der CSU-Vorsitzende der „Bild am Sonntag“. Er hält es für möglich, dass sich die AfD dauerhaft etablieren kann: „Im Gegensatz zu manchen anderen glaube ich nicht, dass die AfD das Schicksal der Piraten erleiden und von selbst verschwinden wird.“

          Jeder Fünfte kann sich vorstellen, die AfD zu wählen

          Diese Meinung teilt auch eine Mehrheit der Bevölkerung. Laut Emnid-Umfrage glauben 59 Prozent der Bundesbürger, dass die AfD im nächsten Bundestag vertreten sein wird. Die Partei hat zudem die Chance, noch weiter hinzuzugewinnen: Jeder fünfte Deutsche kann sich prinzipiell vorstellen, die AfD zu wählen.

          Für die CSU sieht Seehofer die Gefahr, dass sie in Bayern unter 40 Prozent rutschen könnte. „Wir haben bei der Europawahl ja erlebt, wie schnell das gehen kann. Freie Wähler und AfD hatten in Bayern zusammen über zwölf Prozent“, sagte Seehofer. „Deshalb müssen wir uns mit der AfD auseinandersetzen.“ Eine Koalition mit der Partei schließt er vorerst aus: „Solange die Partei es nicht schafft, sich von den rechtsradikalen Elementen zu trennen, kommt für mich eine Koalition nicht infrage.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.