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Botschafter Melnyk : Verschwinden wird er sicher nicht

Andirj Melnyk in seinem Büro in der ukrainischen Botschaft in Berlin. Bild: Jens Gyarmaty

Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk wird Deutschland zum Herbst verlassen. Zuletzt hat der Diplomat überzogen, stand in der Kritik. Gegenüber der F.A.Z. weist er die Vorwürfe von Antisemitismus und Polenfeindschaft zurück.

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          Andrij Melnyk ist heute eine In­stitution der deutschen Politik. Kaum ein Tag vergeht seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine, an dem der Botschafter nicht für Schlagzeilen sorgt. Melnyk ist omnipräsent in Talkshows, Zeitungsinterviews, Radiogesprächen oder Podcasts. Wenn er auf Twitter gegen die Verharmloser des Krieges und angebliche Russlandversteher wettert, dann spart er nicht an grobem Geschütz. Auf dem Nachrichtendienst folgten ihm im März 63.000 Personen, aktuell sind es schon fast 140.000 Follower.

          Gerhard Gnauck
          Politischer Korrespondent für Polen, die Ukraine, Estland, Lettland und Litauen mit Sitz in Warschau.
          Markus Wehner
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Der Diplomat ist zum Medienstar geworden. Doch bald wird damit Schluss sein. Zumindest in der Rolle des Botschafters. Denn Melnyk soll voraussichtlich zum Frühherbst seinen Posten in Berlin aufgeben. Ukrainische diplomatische Kreise bestätigten der F.A.Z. einen entsprechenden Bericht der „Bild“-Zeitung. Eine Degradierung wäre der Weggang allerdings nicht. Denn der 46 Jahre alte Diplomat soll in Kiew stellvertretender Außenminister werden. Diesen Vorschlag soll Außenminister Dmytro Kuleba gemacht, Präsident Wolodymyr Selenskyj soll zugestimmt haben. Den offiziellen Beschluss muss allerdings die Regierung in Kiew fassen, was im Lauf des Monats Juli geschehen soll.

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