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Stimmen für Erdogan : Überproportional viele Türken in Deutschland wählten AKP

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Lohnender Wahlkampfauftritt: AKP-Anhänger am 10. Mai in Karlsruhe Bild: dpa

Besonders treue Anhänger hat die AKP in Deutschland: Hier erhielt Erdogans Regierungspartei mehr als 60 Prozent der Stimmen. Erdogans Wahlkampfauftritt in Karlsruhe hat sich also gelohnt.

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          Bei der Neuwahl zum Parlament in der Türkei hat die islamisch-konservative Regierungspartei AKP unter türkischen Wählern in Deutschland überproportional gut abgeschnitten. Auf die AKP von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan seien 59,7 Prozent der in der Bundesrepublik abgegebenen Stimmen entfallen, berichtete die staatsnahe Nachrichtenagentur Anadolu am Montag. Ein inoffizieller Wahlkampfauftritt Erdogans Mitte Mai dieses Jahres in Karlsruhesowie seine Treue-Aufrufe an die Türken in Deutschland haben sich damit reich ausgezahlt.

          Insgesamt kam die AKP in der Wahl vom Sonntag auf 49,5 Prozent der Stimmen. Die pro-kurdische HDP wurde in Deutschland diesen vorläufigen Ergebnissen nach mit 15,9 Prozent die zweitstärkste Kraft (Gesamtergebnis: 10,8 Prozent). Die Mitte-Links-Partei CHP kam auf 14,8 Prozent (25,3 Prozent), die ultranationalistische MHP auf 7,5 Prozent (11,9 Prozent). Rund die Hälfte der 2,9 Millionen wahlberechtigten Türken im Ausland lebt in Deutschland.

          Unter allen im Ausland lebenden Türken kam die AKP auf 56,2 Prozent, die HDP auf 18,2 Prozent. Die CHP holte 16,4 Prozent, die MHP 7,1 Prozent. Die AKP hatte in der Wahl am Sonntag überraschend die absolute Mehrheit zurückerobert und kann nun wieder allein regieren.

          Ausschreitungen in Stuttgart

          In Baden-Württemberg kam es in der Nacht zum Montag zu Ausschreitungen verschiedener Parteianhänger untereinander. In Stuttgart bewarfen vier Vermummte einen Autokorso mit Pflastersteinen, wie die Polizei am Montag mitteilte. Insgesamt nahmen die Beamten 11 Anhänger verschiedener türkischer Parteien fest und erteilten 36 Platzverweise. Verletzt wurde niemand. Sympathisanten der Regierungspartei AKP hatten sich im Internet nach dem Wahlsieg zu einem Autokorso verabredet. Danach wurden sie von Parteigegnern angegriffen. Auch in Mannheim kam es nach Angaben der Polizei zu Zusammenstößen.

          Die Türkische Gemeinde in Deutschland rief Gegner und Befürworter der AKP hierzulande zur Besinnung auf. „Wenn man seine Meinung kundtun will, kann man das in Deutschland in friedlichen Bahnen tun“, sagte der Verbandsvorsitzende Gökay Sofuoglu der dpa in Stuttgart. Die von der AKP angepackten Infrastrukturprojekte spielten für das Wahlergebnis eine größere Rolle als deren „mangelhafte Menschenrechtspolitik, sagte Sofuoglu weiter.

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