Überforderte Schulen :
Illusion Inklusion

Heike Schmoll
Ein Kommentar von Heike Schmoll
Lesezeit: 4 Min.
Auch mit Lichtgeschwindigkeit könnten viele Lehrer die Überforderungen der Inklusion nicht bewältigen.
Wieder sind die Schulen zum Schauplatz einer Ideologie geworden. Das Opfer: die Förderschulen. Dabei konnten sich Kinder mit Lernbehinderungen dort oft besser entfalten.

Unter Eltern und Lehrern wächst der Unmut über die Inklusion. „Wir brauchen jetzt eine breite Debatte über die Inklusion – sonst droht ihr das Schicksal von G8“, heißt es auf einem Lehrerportal, das die Stimmung genau trifft. Zwischen der politischen Propaganda der Länder und der Schulrealität klaffen Welten. Zwar schickt nahezu täglich ein Kultusministerium eine Erfolgsmeldung über neue Zahlen förderbedürftiger Schüler an Regelschulen. Spitzenreiter ist Bremen, Schlusslicht Hessen. Über die Qualität der Förderung ist damit aber noch nichts gesagt, ganz im Gegenteil. Zugleich wächst die Unzufriedenheit der Eltern behinderter Kinder über die Einschränkung des Elternwahlrechts. In vielen Ländern, wie in Nordrhein-Westfalen, das viele Förderschulen geschlossen hat, gilt noch immer der ideologische Kurzschluss, dass sich behinderte Kinder nur unter Regelschülern gut entwickeln.

Ohne Abo weiterlesen
Dies ist kein Abo. Ihre Registrierung ist komplett kostenlos, ohne versteckte Kosten.
Oder 3 Monate für 1 € pro Monat Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen erhalten und immer aktuell informiert bleiben.