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Seehofers Abgang : Der Verhinderer

  • -Aktualisiert am

Finale: Horst Seehofer an seinem letzten Arbeitstag als bayrischer Ministerpräsident am Dienstag in München. Bild: EPA

Horst Seehofer tritt demnächst seinen neuen Posten in Berlin an, an diesem Dienstag ist sein letzter Arbeitstag als bayerischer Ministerpräsident. Wie wird ihn seine Heimat in Erinnerung behalten? Eine Bilanz.

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          An diesem Dienstag ist der letzte Arbeitstag Horst Seehofers als bayerischer Ministerpräsident. Es ist nicht das Ende seiner politischen Vita; der CSU-Vorsitzende will ihr eine Berliner Coda als Bundesinnenminister anfügen. Doch sein Hauptwerk, die fast eine Dekade währende Regierungszeit in Bayern, ist abgeschlossen. Seine Vorgänger in der Staatskanzlei sind bemüht gewesen, sichtbare Spuren zu hinterlassen: Der Münchner Großflughafen ist nach Franz Josef Strauß benannt, die futuristische Fußballarena im Norden der Landeshauptstadt trägt zwar nicht – noch nicht – den Namen Edmund Stoibers, wäre aber ohne dessen Begeisterung für „Brot und Spiele“ nicht gebaut worden.

          Seehofer hat in seiner Regierungszeit diese Tradition dialektisch gewendet. Er wird nicht mit Vorhaben in Erinnerung bleiben, die er verwirklicht hat, sondern mit Vorhaben, der er verhindert hat: eine Phalanx aus hohen Strommasten, mit der Energie von Norden nach Süden transportiert werden sollte, Wälder aus riesigen Windrädern, neben denen die bayerischen Kirchtürme zu Miniaturen geschrumpft worden wären, gewaltige Staustufen an der Donau in Niederbayern.

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