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Kritik an Nahles : Die Verantwortung scheuen

  • -Aktualisiert am

Andrea Nahles (2.v.l), Fraktionsvorsitzende und Parteivorsitzende der SPD, verlässt am Samstag - begleitet von Mitarbeitern - die Sondersitzung ihrer Bundestagsfraktion. Bild: dpa

Viel meckern, aber keine Verantwortung übernehmen. Der Machtpoker um den Fraktionsvorsitz stellt die SPD einmal mehr bloß.

          Hoch im Kurs stehen derzeit Politiker, die viel fordern, meckern und versprechen, ohne ihre Vorstellungen einem Realitätstest unterziehen zu müssen, sprich, die keine Verantwortung tragen. Das verleiht den Grünen zusätzlichen Aufwind. In der SPD hingegen verstärkt dieser Typus den Eindruck, dass der Partei kaum noch zu helfen sei.

          Der Juso-Vorsitzende Kühnert stichelt und stänkert seit mehr als einem Jahr gegen die Parteiführung. Der gescheiterte Kanzlerkandidat Schulz hält es nicht für nötig, Putschgerüchte gegen die Fraktionsvorsitzende Nahles zu dementieren, zieht sich dann aber (mutlos?) zurück, als Nahles das Visier hebt, womöglich aus Angst, den Nimbus als potentieller Erlöser endgültig zu verlieren.

          Es gibt genügend Leute in der SPD, die Nahles’ Fähigkeiten anzweifeln. Die eigene Fähigkeit unter zählbaren Beweis zu stellen, trauen sie sich aber nicht. Dabei gibt es gute Gründe, um Nahles zu kritisieren. Denn die Stimmung in der Partei ist schlecht, die Wahlergebnisse miserabel.

          All das ist nun mit dem Namen Nahles verbunden. Sie aber wenigstens steht zu dieser Verantwortung.

          Mona Jaeger

          Redakteurin in der Politik.

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