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Demonstration in Köln : Polizei will Ausschreitungen mit Großaufgebot verhindern

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Demonstranten rüsten sich am Samstagvormittag in Köln mit Fahnen für die Proteste gegen die türkische Militär-Offensive in Nordsyrien. Bild: dpa

Die türkische Militär-Offensive in Nordsyrien sorgt auch in Nordrhein-Westfalen für Aufregung. In Bottrop und Lüdenscheid kam es bei Protesten bereits zu Gewalt. Auch in Köln ist die Polizei zu Beginn einer Groß-Demo alarmiert.

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          In Köln hat am Samstag eine Großdemonstration gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien begonnen. Erwartet werden mehr als 20.000 Demonstranten, die Polizei ist wegen befürchteter Ausschreitungen mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften und Wasserwerfern vor Ort. Die Teilnehmer kämen zum einen aus dem kurdischen Umfeld, zum anderen folgten sie einem „türkisch-nationalen Aufruf“. Die Polizei geht von mehreren tausend gewaltbereiten Demonstranten aus. Es gehe darum, „eine Verlagerung der gewalttätigen Auseinandersetzung im Nahen Osten auf Kölner Straßen zu verhindern“, hieß es im Vorfeld von Seiten der Polizei.

          Für den frühen Nachmittag waren Demonstrationen in neun weiteren Städten angekündigt. Die Polizei hatte am Freitagabend nach eigenen Angaben die Lage nach einem Austausch mit „anderen Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern“ neu bewertet. Sie behielt sich auch eine Auflösung der Demonstration vor. Es seien auch Sondereinheiten vor Ort. Angemeldet wurde die Kölner Demonstration von den Gruppen „Interventionistische Linke Köln“ und „Antifaschistisches Aktionsbündnis Köln gegen Rechts“. Laut einem Aufruf des Kurdischen Zentrums für Öffentlichkeitsarbeit in Berlin soll es zudem Versammlungen in der Bundeshauptstadt sowie in Hamburg, Frankfurt, Stuttgart, Hannover, Nürnberg, Magdeburg, Freiburg und Saarbrücken geben.

          Kurdische, linke und andere Gruppen unterstützen die Demonstrationen und fordern die Bundesregierung zum Stopp „der wirtschaftlichen und militärischen Zusammenarbeit mit der Türkei“ und von Waffenlieferungen auf. Dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gehe es „nicht um die Sicherung der Grenzen, sondern um die Vertreibung der Kurden und der anderen Völker aus der Grenzregion“, so der Vorwurf.

          Jüngst war es im Umfeld anderer Demonstrationen in Nordrhein-Westfalen zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. Kölns Polizeipräsident Uwe Jacob hatte im Vorfeld der Demonstration vom Samstag gleichwohl Verständnis für betroffene Kurden und Türken in Deutschland gezeigt. Es gehe darum, „die friedliche Meinungsäußerung in und im Umfeld der Versammlung zu schützen“.

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