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Ahmet Davutoglu im Interview : Türkischer Regierungschef vergleicht Pegida mit IS

  • Aktualisiert am

Die Türkei sei „sehr besorgt über Pegida“, sagte Davutoglu der F.A.Z. Bild: Lüdecke, Matthias

Bei seinem Besuch in Deutschland hat der türkische Regierungschef Davutoglu die Pegida-Bewegung mit den Terroristen des „Islamischen Staats“ verglichen. Beide hätten eine „mittelalterliche“ Geisteshaltung, sagte Davutoglu der F.A.Z.

          Der türkische Regierungschef Ahmet Davutoglu hat die Pegida-Bewegung mit der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) verglichen. Beide hätten eine ähnliche „mittelalterliche“ Geisteshaltung, sagte Davutoglu der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          „Als Terrorgruppen in Mossul Kirchen zerstörten, behaupteten sie, Mossul sei eine islamische Stadt und nur für Muslime; das ist aber nicht wahr. Durch die ganze Geschichte lebten dort Christen. „Das ist dieselbe Logik wie die von Pegida, dass Deutschland nur den Christen gehöre“, sagte Davutoglu. „Das ist doch eine mittelalterliche Mentalität.“ 

          Die Türkei sei „sehr besorgt über Pegida“, denn die Bewegung wolle „eine exklusive christliche deutsche Gesellschaft“, sagte Davutoglu der F.A.Z. „Das ist nicht nur eine Bedrohung für Türken und Muslime, sondern auch eine Bedrohung für Deutschland selbst“. Wie nach der Wirtschaftskrise von 1929 werde wieder bei allem, was schieflaufe, die Schuld beim „Anderen“ gesucht. „Das ist genau die Mentalität von Daesch (Islamischer Staat, IS). Ein vormoderner Name mag Daesch sein, ein moderner Name ist Pegida“, sagte Davutoglu der F.A.Z. weiter.

          Zudem warf Davutoglu dem Westen eine „unvollständige Strategie“ im Kampf gegen die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) vor. „Der Kampf gegen den Terror ist keine Alternative zum Kampf gegen ein brutales Regime“, sagte er. Er forderte neben den Kampf gegen IS (arab. Daesch) auch den Druck auf das Assad-Regime zu erhöhen: „Wir sollten aber nicht wieder Fehler machen: Wenn wir nun Daesch eliminieren, wer wird dann diese Regionen kontrollieren? Eine andere radikale Gruppe wird auftreten“, sagte Davutoglu der F.A.Z.

          Eine Lösung des Syrien-Konfliktes sei erreicht, wenn die 1,7 Millionen syrischen Flüchtlinge in der Türkei die Chance zur Rückkehr sähen und zurückkehrten. „Sollten wir Daesch heute besiegen, blieben sie in der Türkei. Denn sie würden dann vom syrischen Regime angegriffen. 1,5 Millionen Syrer waren ja vor der Brutalität des Regimes geflohen“, sagte der Regierungschef.

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