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Türkei-Kommentar : Osmanen Germania

Polizeibeamte beobachten im Januar 2016 in Neuss ein Treffen der türkischstämmigen Rockergruppe „Osmanen Germania“. Bild: dpa

Eine türkische Rockergruppe bedroht Erdogan-Gegner in Deutschland. Auch Jan Böhmermann soll sie zum Schweigen bringen. Die deutsche Politik ist angesichts solcher Abgründe zu nachlässig, zu weich, zu schwach.

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          Es werden immer wieder die seichtesten Gründe gefunden, um bestimmte Formen von Kriminalität nicht an die große Glocke zu hängen. Besonders dann, wenn Ausländer oder Deutsche mit Migrationshintergrund die Täter sind.

          Die Stichworte „Köln“ und „Antisemitismus“ zeigen, wie falsch das ist.

          Wo Parallelwelten unter den Teppich gekehrt werden, können Extremismus und Kriminalität erst dann gesellschaftlich geächtet werden, wenn sie mit aller Dreistigkeit an die Oberfläche drängen. Dann ist es aber meist zu spät.

          Im Falle der Türkei muss hinzugefügt werden, dass AKP und Geheimdienst die Sorglosigkeit ausnutzen und systematisch Netzwerke stricken, wie jetzt im Fall Böhmermann deutlich wird.

          Der Satiriker sollte mit Hilfe einer Rockergruppe namens „Osmanen Germania“ zum Schweigen gebracht werden. Die deutsche Politik ist angesichts solcher Abgründe zu nachlässig, zu weich, zu schwach. Das hat mittlerweile Auswirkungen auf das Ansehen des Rechtsstaates.

          Das und vieles andere gehören in das ungeschriebene Kapitel vom „Einwanderungsland“. Wann schreibt es endlich jemand?

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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