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„Nicht hilfreich“ : Trump kritisiert Chinas Nordkorea-Politik

  • Aktualisiert am

Donald Trump bei einem Besuch der Republikaner in Columbus im Bundesstaat Ohio. Bild: AP

Die Vereinigten Staaten und China überziehen einander in einem seit Monaten anhaltenden Handelskonflikt mit Zöllen und Gegenzöllen. Nun kritisiert Amerikas Präsident auch Pekings Lieferungen an Pjöngjang.

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          Amerikas Präsident Donald Trump hat im Streit über Nordkoreas Atomprogramm Chinas Umgang mit dem abgeschotteten Staat kritisiert. Zwar gehe er davon aus, dass die Regierung in Peking „riesigen Druck“ auf den südlichen Nachbarn ausübe, schrieb Trump am Mittwoch auf Twitter Allerdings wüssten die Vereinigten Staaten, dass China Nordkorea mit „beträchtlicher Hilfe“ in Form von Geld, Treibstoff, Dünger und anderen Gütern ausstatte. „Das ist nicht hilfreich!“ Eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums wies den Vorwurf am Donnerstag zurück: „Die verantwortungslose Verzerrung der Fakten durch die USA ist Weltklasse und wirklich nicht etwas, was der normale Mensch verstehen kann.“

          Die Vereinigten Staaten und China überziehen einander in einem seit Monaten anhaltenden Handelskonflikt mit Zöllen und Gegenzöllen. Gleichzeitig ist China der einzige wichtige Verbündete Nordkoreas. Dessen Machthaber Kim Jong-un und Trump hatten sich Mitte Juni getroffen und sich allgemein auf das Ziel einer Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel verständigt. Jedoch deutet sich seitdem ein Stillstand bei den Verhandlungen an. Eine Sprecherin des amerikanischen Außenministeriums erklärte am Mittwoch, die Denuklearisierung müsse als ersten Schritt erfolgen. Aus amerikanischen Regierungskreisen verlautete, Nordkorea sehe dagegen eine Bringschuld bei den Vereinigten Staaten. „Im Grunde sind sie der Meinung, dass wir nicht genug tun“, sagte ein Insider.

          Trump hatte nach dem Treffen mit Kim überraschend ein großes internationales Manöver in Südkorea abgesagt. Der Schritt wurde als Zugeständnis an Kim bewertet und war beim amerikanischen Militär und im Kongress umstritten. Am Dienstag erklärte der amerikanischen Verteidigungsminister James Mattis, an weiteren Übungen mit Südkorea werde festgehalten. Trump schrieb dagegen am Mittwoch auf Twitter, es gebe gegenwärtig keinen Grund, große Geldbeträge für „gemeinsame Kriegsspiele der USA und Südkoreas auszugeben“. Er könne sie jederzeit wieder anordnen, sollte er dies für notwendig erwachten, zitierte Trump aus einer Erklärung seines Präsidialamtes: „’Wenn er das tut, werden sie deutlich größer sein als je zuvor.’“

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