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Bundestagswahl 2017 : Was nun, Kanzlerin?

Ein Lexikon über die Kanzlerin: Alles über Angela Merkel Bild: dpa

Tritt sie wieder als Kanzlerkandidatin an? Bislang hat Angela Merkel zu dieser Frage beharrlich geschwiegen. Doch jetzt werden in der CDU-Spitze die Stimmen immer lauter, die Parteivorsitzende solle ihre Kandidatur möglichst bald erklären.

          Tritt Angela Merkel bei der Bundestagswahl 2017 wieder als Kanzlerkandidatin an? Kaum eine andere Frage wird in der Union derzeit so intensiv diskutiert wie diese – doch die einzige, die die Frage beantworten kann, schweigt bislang beharrlich. Sie werde sich „zu gegebener Zeit“ äußern, antwortet Merkel seit Monaten auf entsprechende Fragen von Journalisten. Daran konnte weder die wachsende Kritik an ihrer Flüchtlingspolitik in der eigenen Partei noch die Serie von Niederlagen bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin etwas ändern. Schon Ende August hatte die Zeitschrift „Spiegel“ berichtet, Merkel wolle ihre Entscheidung sogar erst im nächsten Frühjahr bekanntgeben – lange nach dem CDU-Parteitag im Dezember in Essen.

          Oliver Georgi

          Redakteur in der Politik.

          Fragte man Merkel-Anhänger in den vergangenen Monaten, warum die Kanzlerin sich noch nicht erklärt habe, dann zuckten sie meist mit den Schultern. „Sie weiß schon, was sie tut“, sagten sie dann, oder „Sie wird es schon zur richtigen Zeit bekanntgeben“. Nun aber, da die Bundestagswahl näher rückt und die CDU nach den verlorenen Landtagswahlen immer mehr unter Druck gerät, werden in der Partei die Stimmen lauter, die sich auch öffentlich eine rasche Verkündung von Merkels Entscheidung wünschen. 

          Als erste wagte sich am Dienstag die stellvertretende Parteivorsitzende Julia Klöckner aus der Deckung. „Ich gehe davon aus, dass Angela Merkel in zwei Monaten beim Bundesparteitag wieder als Vorsitzende antritt“, sagte Klöckner im FAZ.NET-Interview. Damit wäre für Klöckner gleichzeitig die Frage der Kanzlerkandidatur entschieden: „Welchen Sinn würde es ergeben, als gerade wiedergewählte Bundesvorsitzende dann nicht auch als Kanzlerkandidatin anzutreten?" Es sei nicht Merkels Art, abzuspringen, wenn es schwierig werde, fügte Klöckner hinzu. „Sie ist keine, die mit dem Kopf durch die Wand geht. Sie sucht mit den Augen erst einmal die Tür, durch die man gehen kann.“

          Bouffier: „Ich wünsche mir, dass sie sich bald erklärt“

          Merkel wird es wieder machen, weil sie gar nicht anders kann – und die Entscheidung wird sich nicht bis zum Frühjahr hinziehen lassen, so konnte man Klöckners Einwurf lesen.

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          Er sollte nicht die einzige Einschätzung aus der CDU-Führung zu Merkels Plänen bleiben. Am Mittwoch äußerte sich mit der saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer eine weitere hochrangige Parteivertreterin ähnlich: „Ich bin zuversichtlich, dass sie diese Arbeit fortsetzen will und wieder antritt", sagte das CDU-Präsidiumsmitglied der Nachrichtenagentur Reuters. Am vergangenen Freitag hatte schon der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier Merkel gedrängt, mit der Erklärung der Kanzlerkandidatur nicht bis zum Parteitag zu warten. „Ich wünsche mir, dass die Bundeskanzlerin bald erklärt, dass sie 2017 für die Union wieder antritt“, sagte Bouffier den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Eine abermalige Kandidatur Merkels sei richtig, fügte er hinzu.

          Auch Karl-Josef Laumann, Vorsitzender der CDU-Arbeitnehmervereinigung CDA und Mitglied des Parteipräsidiums, hofft auf eine abermalige Kandidatur Merkels. „Es ist ein großes Glück für unser Land, dass wir Angela Merkel als Bundeskanzlerin haben“, sagte er FAZ.NET. „Und selbstverständlich wünsche ich mir, dass sie weitermacht.“

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