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Selbstbild der Nation : Traumland Deutschland

  • -Aktualisiert am

Bild: Nerea Lakuntza

Versinken wir im Chaos? Oder laufen viele Dinge besser als öffentlich wahrgenommen? Letzteres denken viele Ausländer, die hier leben. Warum merken das die Deutschen nicht?

          8 Min.

          Einige Monate vor Corona, im September 2019, hielt Hubertus Heil eine Rede vor den Gewerkschaftern von Verdi. Am Rande erzählte der Arbeitsminister eine Anekdote: Vor Kurzem habe er den OECD-Generalsekretär bei sich gehabt, „einen feurigen Mexikaner“. Der habe einen Bericht über die Zukunft der Arbeit in Deutschland vorgestellt. Einige Journalisten fragten ihn, wo genau Deutschland Probleme habe. Der Mexikaner sprach darüber. Bis es ihm wohl zu bunt wurde mit dem ganzen Gerede über die Problemchen, „er irgendwann einen Rappel bekommen“ und gesagt habe: „Everybody wants to be Germany.“ Jeder will Deutschland sein.

          Der Mexikaner ist nicht der Einzige, der so denkt. Im April dieses Jahres erschien auf Deutsch ein Buch mit dem Titel: „Warum Deutschland es besser macht“. Der britische Autor John Kampfner beschreibt die Bundesrepublik darin als „das Bollwerk der Vernunft und der Stabilität“ dieser Welt. In Deutschland würden politische Diskussionen „auf reiferem Niveau als anderswo“ geführt, und man könne die Deutschen für die Art und Weise, wie sie Schwierigkeiten bestehen, „nur beneiden“.

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