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Transplantationsmedizin : Das müssen Sie über Organspenden wissen

Es muss schnell gehen: „Human Organ - For Transplant“ klebt in Essen auf einer Kühlbox für Organtransporte. Bild: ddp

Der Organspendeskandal hat das Vertrauen der Patienten erschüttert - und viele Fragen zum Vergabeverfahren, den gesetzlichen Regelungen und den beteiligten Institutionen aufgeworfen. Zehn Antworten auf zehn Fragen.

          6 Min.

          Welche Organe können transplantiert werden?

          Lucia Schmidt

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Bis zu sieben verschiedenen Menschen kann durch Organe nur eines Spenders geholfen werden. Im Durchschnitt hilft ein Spender drei Menschen. Sind alle Organe gesund, können Transplantationsmediziner Herz, Leber, beide Nieren, die Lunge, Bauchspeicheldrüse und den Dünndarm verpflanzen. Außerdem kann auch Gewebe von Verstorbenen verpflanzt werden. Dies ist möglich bei der Augenhornhaut,  Herzklappen, Blutgefäßen, Knochen und Sehnen.

          Bei welchen Organen ist eine Lebendspende möglich?

          In Deutschland ist eine Lebendspende bei Leber und Niere erlaubt. Da auch Teile der Leber die Eigenschaft besitzen, sich schnell zu regenerieren und die verbliebene Niere den Ausfall gut kompensieren kann, hat eine Entnahme zu Lebzeiten im Normalfall keine negativen Folgen für den Spender.

          Wer darf eine Lebendspende machen?

          Lebendspenden sind nur unter nahen Verwandten und einander persönlich eng verbundenen Personen zulässig. Mit dieser Regelung will man das Risiko einer Spende aufgrund von Zwang, psychischer Abhängigkeit oder finanziellen Anreizen minimieren. Neben bestimmten medizinischen Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, prüft eine unabhängige Ethikkommission die Freiwilligkeit der Lebendspende – auch bei einem so engen Verwandheitsgrad wie von Mutter und Tochter. Die Ethikkommission entscheidet letztlich nach ausgiebiger Prüfung über die Zulässigkeit der Transplantation.

          Operationsbesteck während eines chirurgischen Eingriffs

          Welche Institutionen sind an dem Organspendeverfahren beteiligt?

          In Deutschland ist das Organspendeverfahren auf drei Ebenen verteilt: Die Organspende und -entnahme wird von der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) koordiniert. Die Verteilung und Vermittlung der Organe läuft hingegen über Eurotransplant. Sie steuert die Koordination von Spenderorganen in sieben europäischen Ländern (Deutschland, Niederlande, Belgien, Luxemburg, Österreich, Slowenien und Kroatien). Eurotransplant erstellt und führt die Warteliste für alle Empfänger in den Mitgliedsländern, die von den Transplantationszentren gemeldet werden. Patienten, die ein neues Organ benötigen, sind in Deutschland an eins der rund 50 deutschen Transplantationszentren gebunden; dort wird die Transplantation von Fachärzten durchgeführt. Bei einer Lebendspende läuft die Organisation ausschließlich über das zuständige Transplantationszentrum.

          Welche Abläufe werden bei einer Organspende in Gang gesetzt?

          Eine Organentnahme nach dem Tod ist in jedem Krankenhaus mit einer Intensivstation möglich. Die Krankenhäuser sind verpflichtet, einen Transplantationsbeauftragten zu ernennen, der im Fall einer Organspende die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) informiert. Sie vermittelt unabhängige Fachärzte, die die Hirntoddiagnostik durchführen. Zudem veranlasst der Koordinator Untersuchungen der Organe auf Vorerkrankungen und Infektionen. Die Untersuchungsergebnisse leitet der Koordinator an die europäische Organvermittlungsstelle Eurotransplant weiter, die mit Hilfe der Daten der Patienten auf der Warteliste die passenden Empfänger ermittelt und die zuständigen Transplantationszentren informiert. Die Zentren verständigen wiederum den Empfänger und führen die Transplantation durch.

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