https://www.faz.net/-gpf-9eitv

Tötungsdelikt in Chemnitz : Ein Tatverdächtiger kommt frei

  • -Aktualisiert am

Der Ort, an dem in Chemnitz ein 35 Jahre alter Mann bei einer Messerattacke getötet wurde Bild: dpa

Gut drei Wochen nach der tödlichen Messerattacke auf einen Deutschen in Chemnitz kommt einer der Tatverdächtigen frei. Der Anwalt des Entlassenen erhebt schwere Vorwürfe gegen die Justiz. Gegen den zweiten Verdächtigen erhärtet sich der Verdacht jedoch.

          1 Min.

          Die Staatsanwaltschaft Chemnitz hat am Dienstag den Haftbefehl gegen einen 22 Jahre alten Iraker aufgehoben, der verdächtigt wurde, an der Tötung des 35 Jahre alten Chemnitzers während des Stadtfestes vor drei Wochen beteiligt gewesen zu sein. Im Ergebnis der bisherigen Ermittlungen, der Haftprüfung sowie der nochmaligen Vernehmung des Mannes sei nicht mehr von einem dringenden Tatverdacht gegen ihn auszugehen, teilte die Behörde mit.

          Stefan Locke

          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

          So seien an einem in der Nähe des Tatorts gefundenen Messer zwar Blut- und DNA-Spuren festgestellt worden, diese aber seien dem Iraker nicht zuzuordnen. Zudem bestreitet er die Tat, auch gebe es keine Zeugen, die gesehen haben, dass er mit einem Messer zugestochen habe. Ein zweites Messer, das bei der Tat benutzt worden sein müsse, sei bisher nicht gefunden worden. Tatzeugen hatten unter anderem angegeben, dass bei den Auseinandersetzungen in jener Nacht unabhängig voneinander zwei Personen zugestochen hätten.

          Der Haftbefehl gegen den zweiten Tatverdächtigen, einen 23 Jahre alten Syrer, werde dagegen aufrechterhalten, so die Staatsanwaltschaft. Gegen ihn habe sich der Verdacht des gemeinschaftlichen Totschlags erhärtet. So hätten mehrere Zeugen den Mann als einen derjenigen mit dem Messer erkannt. Nach einem dritten Tatbeteiligten, der irakischer Herkunft sein soll, werde international mit Hochdruck gefahndet.

          Der Verteidiger des freigelassenen Irakers, der Berliner Rechtsanwalt Ulrich Dost-Roxin erklärte, dass der Haftbefehl gegen seinen Mandanten aus Mangel an Beweisen nie hätte erlassen werden dürfen. In einem Rechtsstaat dürften Unschuldige auch in einer politisch aufgeheizten Lage wie in Chemnitz nicht verfolgt werden.

          Weitere Themen

          Tote auf Ecuadors Straßen

          Corona-Pandemie : Tote auf Ecuadors Straßen

          Ecuador weist im lateinamerikanischen Vergleich eine sehr hohe Zahl an Corona-Fällen auf. Der Kollaps des Bestattungswesens in der größten Stadt Guayaquil sorgt für schreckliche Zustände.

          Corona-Krise „ruft das Beste in uns hervor“ Video-Seite öffnen

          Bundespräsident Steinmeier : Corona-Krise „ruft das Beste in uns hervor“

          Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich vom Einfallsreichtum und der Solidarität vieler Menschen in der Corona-Krise beeindruckt gezeigt. „Ja, diese Krise weckt unsere tiefsten Ängste“, sagte er in einer Videobotschaft. „Aber sie ruft auch das Beste in uns hervor.“

          Topmeldungen

          Wer mit seinem Vermieter redet, hat immerhin eine Chance, dass der die Miete von sich aus reduziert.

          Corona-Krise : Von wegen keine Miete zahlen!

          Viele Menschen in Deutschland glauben, sie müssten wegen des jüngst beschlossenen Corona-Hilfen-Gesetzes ihre Miete nicht zahlen. Das ist ein Fehler – und kann sehr teuer werden!

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.