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Tödliche Attacke in Celle : Eine rassistische Tat?

Bushaltestelle in der Bahnhofsstraße in Celle, wo am 7. April ein 15 Jahre alter Iraker erstochen wurde. Bild: dpa

Vergangene Woche wurde in Celle ein Iraker erstochen. Die Ermittler sahen zunächst keine Anhaltspunkte für Rassismus – dann wurde das Onlineverhalten des Beschuldigten bekannt.

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          Nach der tödlichen Attacke auf einen 15 Jahre alten Iraker in Celle prüfen die Ermittler, ob der Beschuldigte aus rassistischen Motiven gehandelt hat. Insbesondere untersuche man seit einigen Tagen auch die Aktivität des 29 Jahre alten Mannes in den sozialen Medien, wie Oberstaatsanwalt Lars Janßen dieser Zeitung am Dienstag bestätigte.

          Marlene Grunert
          Redakteurin in der Politik.

          Vor einer Woche war der 15 Jahre alte Jeside auf dem Fahrrad durch die Celler Innenstadt gefahren, als ein Mann ihn angriff und niederstach. Der Jugendliche wurde ins Krankenhaus gebracht und erlag wenig später seinen Verletzungen. Der tatverdächtige Deutsche wurde von Zeugen festgehalten und der Polizei übergeben. Inzwischen ist er in Untersuchungshaft. In der ersten Stellungnahme der Ermittler hieß es, zu den Motiven des Tatverdächtigen gebe es noch keine konkreten Anhaltspunkte; bei seiner Festnahme habe er einen „verwirrten“ Eindruck gemacht.

          „In keiner Hinsicht“ rassistische Anhaltspunkte?

          Am Mittwochabend ergänzte die Staatsanwaltschaft, die bisherigen Ermittlungen hätten „in keiner Hinsicht Anhaltspunkte für eine ausländerfeindliche oder politisch motivierte Tat“ ergeben. Einen Tag später berichtete „Zeit Online“, drei Accounts des Verdächtigen belegten eine Nähe zu rechtsextremen Verschwörungstheorien. Es gehe dabei auch um Inhalte, auf die sich die Täter von Hanau und Halle berufen hätten. Dass es sich beim Inhaber der Accounts um den Verdächtigen handelte, wurde von der Polizei bestätigt.

          Unter anderem jesidische Vereine warfen der Staatsanwaltschaft vor, einen möglichen rassistischen Hintergrund mit dem Verweis auf eine etwaige psychische Erkrankung des Beschuldigten kleinzureden. Oberstaatsanwalt Janßen sagte nun, zunächst habe es für die Annahme eines rassistischen Motivs keinen Anlass gegeben, man habe aber von vornherein „in alle Richtungen“ ermittelt. Inhalte der Accounts wollte der Oberstaatsanwalt nicht bestätigen. Der Beschuldigte hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.

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