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Tod einer NSU-Zeugin : Obduktion mit eindeutigem Ergebnis

Offene Fragen: Akten des Untersuchungsausschusses Bild: dpa

Es gebe keine Anzeichen für ein Fremdverschulden: Eine 20 Jahre alte Zeugin im Stuttgarter NSU-Untersuchungsausschuss sei an den Folgen einer Lungenembolie gestorben, teilen Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

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          Die frühere Freundin des Rechtsextremisten Florian H. ist nach ersten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Karlsruhe an einer Lungenembolie gestorben. Florian H. hatte vor seinem angeblichen Selbstmord am 16. September 2013 seiner Familie gegenüber mehrfach behauptet, er kenne die Hintergründe und Hintermänner des Heilbronner Polizistenmordes, für den von der Generalbundesanwaltschaft die toten NSU-Mitglieder Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt verantwortlich gemacht werden.

          Rüdiger Soldt
          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Florian H. hatte den Eindruck erweckt, es habe noch weitere rechtsextreme Terroristen gegeben, die an dem Mord der Polizistin Michele Kiesewetter beteiligt gewesen seien. Deshalb war Melissa M. unter Ausschluss der Öffentlichkeit vom NSU-Untersuchungsausschuss des baden-württembergischen Landtags vor drei Wochen als Zeugin verhört worden. Sie hatte um eine nichtöffentliche Vernehmung gebeten, weil sie Repressionen von Neonazis fürchtete. „Sie hat einen glaubwürdigen Eindruck gemacht, konnte zur Aufklärung aber nicht viel beitragen“, sagte Wolfgang Drexler (SPD), der Vorsitzende des NSU-Untersuchungsausschusses FAZ.NET.

          Das Wrack eines Kleinwagens, in dem Florian H., der potentielle Zeuge zum Mord an der Polizistin Kiesewetter, verbrannt war, steht am 16.September 2013 auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart-Bad Cannstatt.
          Das Wrack eines Kleinwagens, in dem Florian H., der potentielle Zeuge zum Mord an der Polizistin Kiesewetter, verbrannt war, steht am 16.September 2013 auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart-Bad Cannstatt. : Bild: dpa

          Florian H. habe weder sein Wissen über die rechtsextremistische Szene preis gegeben, noch habe er sie zu Treffen mit rechtsextremistischen Personen mitgenommen. Das habe die Zeugin Melissa M. den Ausschussmitgliedern berichtet. Am Abend vor dem Selbstmord hatte Florian H. die Beziehung mit Melissa M. beendet.

          Nach dem Bekanntwerden des plötzlichen Todes der jungen Frau aus der badischen Kleinstadt Kraichtal hatten sich die Kriminalpolizei im Polizeipräsidium Karlsruhe und die zuständige Staatsanwaltschaft um eine schnelle Klärung der Todesumstände und Todesursachen bemüht.

          Auch geringste Anhaltspunkte, dass die Zeugin ermordet worden sein könnte, hätten den Verdacht genährt, dass es gewaltbereite rechtsextremistische Organisationen gibt, die von den Sicherheitsbehörden unzureichend kontrolliert werden. Doch nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis der Gerichtsmediziner der Universitätsklinik Heidelberg besteht hierzu kein Anlass: Die Todesursache sei eine Lungenembolie, die als Spätfolge eines leichten Motorrad-Unfalls aufgetreten sei, der sich am 24. März in Odenheim ereignet hatte.

          „Keine Anzeichen für eine Fremdeinwirkung“

          Beim Training mit einer Motor-Cross-Maschine hatte sich Melissa M. eine Prellung am Knie zugezogen. Trotz einer ambulanten Thrombose-Prophylaxe kam es zu einer Lungenembolie, die in der Regel durch einen Blut-Thrombus ausgelöst wird. „Anzeichen für eine wie auch immer geartete Fremdeinwirkung haben sich bei der Obduktion nicht ergeben“, sage der ermittelnde Staatsanwalt am Montag.

          Der NSU-Untersuchungsausschuss in Baden-Württemberg war erst nach langem Zögern der SPD eingesetzt worden, die mit Reinhold Gall den Innenminister stellt. Der Ausschuss soll vor allem klären, ob es bei der Aufklärung des Falls Kiesewetter Behördenversagen gegeben hat und welche Defizite es bei der Bekämpfung des militanten Rechtsextremismus im Südwesten ereignet haben könnten. Weil sich durch die Aufklärungsarbeit des Untersuchungsausschusses herausgestellt hatte, dass bei den Ermittlungen der Polizei zur Aufklärung des mutmaßlichen Suizids von Florian H. schlampig und kurzweilig ermittelt worden ist, hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart die Ermittlungen kürzlich wieder aufnehmen müssen. Die Ermittler hatten 2013 in dem ausbrannten Auto von Florian H. ein Schlüsselbund, ein Laptop und eine Waffe nicht gesichert und kriminaltechnisch untersucht.

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