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Tod von Karin Strenz : Staatsanwaltschaft stellt Rechtshilfe-Ersuchen an Irland

Karin Strenz im Jahr 2011 Bild: dpa

Nach dem Tod der CDU-Bundestagsabgeordneten Karin Strenz auf einem Rückflug von Kuba bittet die Staatsanwaltschaft die irischen Behörden um Hilfe bei der Klärung der Todesumstände. Die Fraktionsspitze reagiert erschüttert auf Strenz’ Tod.

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          Die Spitze der CDU/CSU-Fraktion hat mit Bestürzung auf den plötzlichen Tod der CDU-Bundestagsabgeordneten Karin Strenz reagiert. Die 53 Jahre alte Parlamentarierin aus Mecklenburg-Vorpommern war am Sonntag auf dem Rückweg von Kuba während des Fluges kollabiert und konnte trotz einer Notlandung in Irland nicht gerettet werden. Der Vorsitzende der Unionsfraktion, Ralph Brinkhaus, sagte, alle Fraktionsmitglieder seien von der Nachricht betroffen. Der Vorsitzende der Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern, Eckhardt Rehberg, sprach von einer „menschlichen Tragödie“.

          Johannes Leithäuser
          Politischer Korrespondent in Berlin.
          Matthias Wyssuwa
          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Rehberg gab an, die Reise Strenz’ und ihres Mannes nach Kuba habe offenbar privaten Charakter gehabt; eine dienstliche Veranlassung habe es jedenfalls nicht gegeben. Strenz war vor zwei Jahren in die Kritik geraten, da sie während ihrer Mitgliedschaft in der Parlamentarischen Delegation des Europarates offenbar Zuwendungen aus Aserbaidschan erhalten und sich zugunsten der dortigen Machthaber eingesetzt hatte.

          Da sie diese Einkünfte erst verspätet als Nebeneinkünfte deklarierte, verhängte der Bundestag ein Ordnungsgeld gegen sie. Vor einigen Wochen gerieten diese Vorgänge abermals in die Öffentlichkeit, nachdem auch vermutete Zahlungen an den Abgeordneten Axel Fischer in Verbindung mit Aserbaidschan bekanntgeworden waren. Der Druck auf die Abgeordnete wuchs zuletzt auch dadurch, dass weitere Fraktionsmitglieder wegen anderer Nebengeschäfte in die Schlagzeilen gerieten. Die Abgeordneten Georg Nüßlein und Nikolas Löbel verließen die Unionsfraktion, Löbel gab auch sein Mandat auf. Nüßlein will seines hingegen bis zur Bundestagswahl behalten.

          Die Schweriner Staatsanwaltschaft gab am Montag an, die Todesumstände sollten durch ein Rechtshilfe-Ersuchen an die irischen Behörden geklärt werden; es sei zu diesem Zweck ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet worden. Ein Sprecher sagte, es werde erwartet, dass eine Obduktion Aufschluss geben könne. An den Gebäuden des Bundestages in Berlin wurde am Montag Trauerbeflaggung angeordnet.

          Der Landesvorsitzende der CDU in Mecklenburg-Vorpommern, Michael Sack, äußerte: „Der frühe Tod von Karin Strenz ist zweifelsohne eine menschliche Tragödie.“ Die Gedanken seien bei ihrem Ehemann, ihren Angehörigen und Freunden. Strenz war Sonderschullehrerin und arbeitete später auch als Unternehmensberaterin. Am 14. Oktober 1967 war sie in der mecklenburgischen Kleinstadt Lübz geboren worden. 1999 begann sie für die CDU im Kreistag von Parchim ihre politische Karriere, später war sie mehrere Jahre im Landtag und auch im Landesvorstand der CDU. 2009 zog sie zum ersten Mal in den Bundestag ein, 2017 gewann sie abermals das Direktmandat, mit 30 Prozent der Erststimmen. Zur kommenden Bundestagswahl wollte sie nicht mehr antreten.

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