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Thüringer Vorschlag : Politiker sollen Flüchtlingen Wohnungen überlassen

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Im Erfurter Abgeordnetenhaus sollen nach dem Willen der Stadt bald Flüchtlinge wohnen. Bild: dpa

Erfurt will Flüchtlinge künftig in den Wohnungen der Thüringer Landtagsabgeordneten unterbringen. Die Stadt findet die Apartments ideal. Die betroffenen Politiker reagieren zurückhaltend.

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          Die Erfurter Stadtverwaltung erwägt, Flüchtlinge in den Ein-Zimmer-Apartments von Thüringer Landtagsabgeordneten unterzubringen. Dazu müssten die Parlamentarier ihre Zimmer im Haus der Abgeordneten räumen. Der städtische Dezernent Alexander Hilge bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der „Thüringer Allgemeinen“.

          „Wir werden die Landtagsverwaltung fragen, ob man übergangsweise eine Lösung finden kann“, sagte Hilger. Hintergrund sind die stark steigenden Flüchtlingszahlen. Die 59 Apartments werden von Parlamentariern, die keinen Wohnsitz in Erfurt haben, zum Beispiel in den Tagen der Plenarsitzungen genutzt.

          Laut der „Thüringer Allgemeinen“ kommt in Erfurt derzeit jeden Tag ein Reisebus mit Flüchtlingen aus den Erstaufnahmeeinrichtungen des Bundeslandes an. Um sie unterzubringen, sei das Abgeordnetenhaus aus Sicht der Stadtverwaltung gut geeignet, heißt es weiter. Die rund 40 komplett eingerichteten und modern ausgestatteten Ein-Zimmer-Wohnungen verfügen jeweils über eine kleine Küchenzeile und ein Bad. Dem Bericht zufolge könnten dort Paare oder einzelne Flüchtlinge untergebracht werden.

          Neue Unterkunft in einer ehemaligen Klinik: Wie viele Städte sucht Erfurt nach Immobilien, in denen Flüchtlinge wohnen können.
          Neue Unterkunft in einer ehemaligen Klinik: Wie viele Städte sucht Erfurt nach Immobilien, in denen Flüchtlinge wohnen können. : Bild: dpa

          Eine Umfrage der Zeitung unter den Landtagsfraktionen hat allerdings ergeben, dass die Politiker nicht geneigt sind, auszuziehen. Die Grünen und die CDU verweisen demnach darauf, dass der Vorschlag noch nicht offiziell sei. Die SPD gibt zu bedenken, dass es teuer wäre, die Abgeordneten in Hotels unterzubringen.

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