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Das Jahr 2020 : Eine Art Thüringen-Trump

  • -Aktualisiert am

Thomas Kemmerich (FDP) bei einer Kundgebung von Beschäftigten aus der Kosmetik-Branche auf dem Erfurter Fischmarkt. Bild: dpa

Thüringens Kurzzeit-Ministerpräsident Thomas Kemmerich kommt breitbeinig daher und vertritt manchmal seltsame Ansichten. Aber er ist der bekannteste Politiker, den die FDP in dem Bundesland hat.

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          Ob Thomas Kemmerich den 5. Februar 2020 bereut, ist schwer zu sagen. An jenem Tag wurde der Thüringer FDP-Vorsitzende zum Ministerpräsidenten gewählt und nahm die Wahl ohne Zögern an. Bis heute redet er nicht öffentlich über jene vier Wochen im Amt, die nicht nur Thüringen, sondern das politische Deutschland erschütterten. Kemmerich, den bis dahin selbst in Thüringen kaum jemand kannte und dessen FDP bei der Landtagswahl drei Monate zuvor mit 73 Stimmen die Fünf-Prozent-Hürde gerade so genommen hatte, war mit einer Stimme Vorsprung und mit Hilfe der CDU- und AfD-Abgeordneten im dritten Wahlgang gewählt worden. Aber Ministerpräsident ausgerechnet von Gnaden der rechtsradikalen Höcke-AfD? Ein Tabubruch.

          Stefan Locke
          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

          Abgesehen davon, fehlten Kemmerich die Partner zum Regieren. Die AfD kam für ihn nicht in Frage, die CDU schlug sich, als sie die Kritik an ihrem Stimmverhalten überrollte, in die Büsche. SPD und Grüne, denen er eine Kooperation anbot, zeigten ihm einen Vogel.

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