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Krise in Thüringen : Großherzog Ramelow könnte wirkliche Größe zeigen

Mike Mohring und Bodo Ramelow (rechts) Bild: dpa

Mohring tritt zurück, nun könnte sich auch Bodo Ramelow bewegen. Es muss ja nicht gleich Rücktritt sein.

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          Es ist nur konsequent, wenn der Unglücksrabe Mike Mohring nicht nur, wie angekündigt, den Fraktionsvorsitz, sondern auch den Parteivorsitz der CDU in Thüringen aufgibt. Weder hatte er die Autorität, seine Fraktion vom Irrweg der Kemmerich-Wahl abzubringen, noch ist es ihm gelungen, den Aufstieg der AfD in seiner Partei mit einer klaren Strategie zu beantworten. Da scheinen die Landesverbände in allen anderen ostdeutschen Ländern einen Schritt weiter zu sein.

          Mohring fehlte dafür die Gefolgschaft in den eigenen Reihen, aber auch das Glück. Denn als zweiten Gegenpol eine durch Bodo Ramelow weichgezeichnete Linkspartei zu haben, machte die Sache für ihn nicht leichter.

          Der leere Thüringer Sitz im Bundesrat musste allerdings am Freitag nicht nur auf Mohring peinlich wirken. Weder er noch Ramelow noch die Koalitionspartner der Linkspartei sind derzeit imstande, dem Land wenigstens eine Übergangsregierung zu geben, um Neuwahlen herbeizuführen.

          Die Lage in Erfurt ist gespenstisch und ein mahnendes Beispiel dafür, dass selbst die beste Landesverfassung nicht für stabile Verhältnisse sorgen kann, wenn die Handelnden sich aufführen wie kleine Kinder. Keiner der Beteiligten kann sich von diesem Vorwurf reinwaschen.

          Ramelow kommt noch eine besondere Verantwortung zu: Er, der gerne den Thüringer Großherzog gibt, könnte jetzt zeigen, dass er nicht nur linke, sondern wirkliche Größe hat. Der gordische Knoten ließe sich leicht durchschlagen, wenn er einem Übergangskandidaten den Vortritt ließe, der auch für die CDU akzeptabel wäre. Ist das so schwer?

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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