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Eine Woche vor Landtagswahl : Thüringer Flüchtlingsunterkunft beschossen

  • Aktualisiert am

Flüchtlinge vor einer Erstaufnahmestelle in Suhl: Im circa 70 Kilometer entfernten Obermehler wurde auf eine Flüchtlingsunterkunft geschossen. (Archivfoto) Bild: dpa

Im thüringischen Obermehler beschießen Unbekannte eine Flüchtlingsunterkunft mit einer Schreckschusswaffe. Verletzt wurde bei der Tat niemand, die Täter sind flüchtig.

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          Unbekannte haben in Thüringen aus einem Auto heraus eine Flüchtlingsunterkunft mit einer Schreckschusswaffe beschossen und dabei rassistische Parolen gerufen. Verletzt wurde dabei niemand, wie die Polizei am Montag mitteilte. Mitarbeiter des Wachschutzes der Unterkunft in Obermehler hatten demnach in der Nacht von Samstag zu Sonntag einen älteren, grauen Pkw beobachtet, der sehr langsam vorbeifuhr, und die Polizei gerufen.

          Ein Suchhund fand in der Nähe des Haupttors mehrere Patronenhülsen. Eine Fahndung nach dem Auto blieb zunächst ohne Erfolg. Die Polizei hat Ermittlungen wegen Bedrohung und Verstoßes gegen das Waffengesetz aufgenommen. In der aus zwei Wohnblöcken bestehenden Unterkunft leben laut Landratsamt derzeit rund 300 Menschen. In Thüringen wird am Sonntag ein neuer Landtag gewählt.

          Der Rechtsstaat werde mit aller Härte gegen solche Vorfälle vorgehen, kündigte Thüringens Justizminister Dieter Lauinger (Grüne) am Montag an. Die Täter müssten rasch ermittelt werden und die Konsequenzen ihres Handelns zu spüren bekommen. „Leider scheinen immer häufiger Menschen bereit zu sein, Worten Taten folgen zu lassen. Die um sich greifende Verrohung und zunehmend radikalere Hetze bestimmter Gruppierungen gegen Fremde, Andersdenkende oder Menschen mit anderen Lebensentwürfen bleibt nicht ohne Wirkung“, sagte der Minister. Solche Angriffe auf Sicherheit und Ordnung seien nicht hinnehmbar. „Der Rechtsstaat ist gefordert, hier klare Grenzen zu setzen“, so Lauinger.

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