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Thomas de Maizière : Abstand gewinnen

  • -Aktualisiert am

Zwangs-Ruhestand: Thomas de Maizière (CDU), hier im Februar in Berlin Bild: EPA

Thomas de Maizière war sicher, dass er Innenminister bleiben würde. Jetzt ist er einfacher Abgeordneter. Was macht das mit einem?

          6 Min.

          Die letzten Wochen waren schlecht für Thomas de Maizière. Er musste in eine Zeit zurückgehen, von der er sich gerade mühsam abnabelt. In der Bremer Bamf-Außenstelle wurden jahrelang Asylbescheide unrechtmäßig ausgestellt. Der Innenausschuss im Bundestag arbeitete die Vorfälle auf. De Maizière, der zu jener Zeit CDU-Innenminister war, bekam dreißig, vierzig Interview-Anfragen. Er lehnte alle ab. Aber er ging, da hatte er keine andere Wahl, in den Innenausschuss, als Zeuge sozusagen. Hat dafür den Ordner in seinem Kopf wieder aufgemacht, der eigentlich geschlossen ist. Doppelklick drauf, und der Inhalt war sofort wieder da. Keine harte sachliche Arbeit, aber mentale Arbeit. Anstrengend. Er saß im Ausschuss zwischen Peter Altmaier und Hans-Peter Friedrich, übernahm „die volle politische Verantwortung“ für alles, das während seiner Amtszeit in seinem Geschäftsbereich stattgefunden habe. Fand, dass er nichts beschönigt hat. Und die Opposition gar nicht so viel zu kritisieren hatte. Aber es hat ihn im Abstandgewinnen zurückgeworfen.

          Auf Distanz geht er wegen der deutschen Tradition, nach dem Ausscheiden aus dem Amt etwas ganz anderes zu machen und sich nicht mehr in die alten Themen einzumischen. Das hält er für eine gute politische Kultur. Besser als in Frankreich, wo sich Vorgänger und Nachfolger auf offener Bühne sagen, was sie voneinander halten. Es gibt aber noch einen anderen wichtigen Grund dafür, dass er Abstand nimmt. Er wäre ja gerne Innenminister geblieben.

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