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Sarrazin : Mit Rest-AfD im Blut

Umstritten: Thilo Sarrazin, hier im März 2019 in Wien Bild: dpa

Was ist intoleranter: die Islamfeindschaft Thilo Sarrazins oder die Sarrazin-Feindschaft der SPD?

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          In Thüringen aus der AfD in eine andere Partei zu wechseln, bedarf angesichts des AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke keiner Courage. Aber muss jemand gleich alles ablegen, was ihn einst in die AfD getrieben hatte, weil er sich woanders nicht verstanden fühlte?

          Oskar Helmerich, der in die SPD wechselte, ging jetzt offenbar mit Rest-AfD im Blut zur Sache, als er Thilo Sarrazin zu einer Lesung einlud, wenige Tage vor der Europawahl. Die Reflexe aus der SPD gegen den Mann, den die Partei seit Jahren loswerden will, waren vorherzusehen: Islamfeind ist noch der harmloseste Ausdruck, mit dem Sarrazin bedacht wird; um ihre korrekte Gesinnung aber unter Beweis zu stellen, stehen botmäßige SPD-Funktionäre viel lieber innerlich stramm („Haltung!“) und bevorzugen „Rassist“.

          Über die Thesen Sarrazins lässt sich trefflich streiten. Was ist aber aus der SPD geworden, dass sie dazu weder in der Lage noch willens noch fähig ist? Man fragt sich: Was ist intoleranter, die Islam-Feindschaft Sarrazins oder die Sarrazin-Feindschaft der SPD? Helmerich ist offenbar schon wieder in die falsche Partei eingetreten. Aber in welche soll er dann gehen?

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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