https://www.faz.net/-gpf-9ejui

Landesbischof von Hannover : Christsein und AfD-Mitgliedschaft schließen sich nicht aus

  • Aktualisiert am

Eine Mitgliedschaft in der AfD und ein Leben als Christ sind laut dem hannoverschen Landesbischof Ralf Meister grundsätzlich zusammen möglich. Bild: dpa

Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister forderte am Mittwoch christliche Gemeinden dazu auf, offener mit Haltungen und politische Bindungen umzugehen. Christ und eine AfD-Mitgliedschaft schließen sich nicht aus.

          Eine Mitgliedschaft in der AfD und ein Leben als Christ schließen sich laut dem hannoverschen Landesbischof Ralf Meister nicht aus, solange sich die AfD im Rahmen des geltenden Rechts bewegt. „Was nicht funktioniert, ist, Christ zu sein und sich antisemitisch, menschenverachtend, ausgrenzend, rassistisch zu äußern oder andere Menschen öffentlich und in Online-Netzwerken zu beleidigen“, sagte der evangelische Theologe der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwoch). Das entspreche nicht dem geistlichen Auftrag eines Christen. „Diese Haltung unterstelle ich aber nicht allen AfD-Mitgliedern“.

          Man müsse gleichwohl deutlich machen: „Wer AfD-Mitglied ist fördert Positionen, die zu rechtsradikalen Wertverschiebungen führen.“ Er ermuntere Gemeinden, offener über Haltungen und politische Bindungen zu sprechen, erklärte der Bischof der größten deutschen Landeskirche.

          Meister forderte, radikale Haltungen, die etwa in Chemnitz und Köthen zum Ausdruck kamen, scharf zu verurteilen. „Auf der anderen Seite bin ich sehr behutsam zu sagen: Mit denen reden wir nicht.“ Auch um diese Menschen, die momentan nicht mehr dazu gehörten, müsse man sich kümmern. „Selbst wenn sie sagen: Lass mich in Ruhe. Es befreit uns keiner von der Verantwortung, sie im Blick zu behalten“, sagte der Theologe.

          Weitere Themen

          Jetzt ist alles denkbar

          Brexit-Chaos : Jetzt ist alles denkbar

          Nach der Verschiebung der Brexit-Abstimmung im Unterhaus erscheint alles denkbar: Theresa Mays Rücktritt, ihr Sturz, Neuwahlen – oder ein neu ausgehandelter Brexit-Vertrag.

          Macron geht in die Offensive Video-Seite öffnen

          Weitere „Gelbwesten“-Proteste : Macron geht in die Offensive

          Der Präsident steht in der Kritik, weil er trotz der anhaltenden Proteste seiner gelbe Warnwesten tragenden Gegner seit über einer Woche die Öffentlichkeit gemieden hat. Jetzt will der französische Präsident mit einer Rede an die Nation die Wogen glätten.

          Luxemburger Paukenschlag

          EuGH-Entscheidung zum Brexit : Luxemburger Paukenschlag

          Lange galten in Großbritannien zwei Szenarien als möglich: Mays Brexit-Deal oder ein „No-Deal-Brexit“. Das Urteil der obersten EU-Richter ermöglicht rechtlich nun eine dritte Option.

          Wichtiges Symbol für Multilateralismus Video-Seite öffnen

          Merkel zu UN-Migrationspakt : Wichtiges Symbol für Multilateralismus

          Der UN-Migrationspakt ist unterzeichnet: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in Marokko den gerade verabschiedeten UN-Migrationspakt als wichtiges Symbol für die internationale Zusammenarbeit bezeichnet. 164 Staatsführungen sprachen sich dafür aus, 28 dagegen.

          Topmeldungen

          Brexit-Chaos : Jetzt ist alles denkbar

          Nach der Verschiebung der Brexit-Abstimmung im Unterhaus erscheint alles denkbar: Theresa Mays Rücktritt, ihr Sturz, Neuwahlen – oder ein neu ausgehandelter Brexit-Vertrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.