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Nach Festnahme in Berlin : Terrorverdächtiger Islamist kommt in Untersuchungshaft

  • Aktualisiert am

Ein Polizeiauto, in dem der Terrorverdächtige Islamist Magomed-Ali C. sitzt, auf dem Gelände des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe Bild: dpa

Der am Dienstag in Berlin festgenommene Magomed-Ali C. soll einen Sprengstoffanschlag vorbereitet haben – mit Unterstützung eines in Frankreich inhaftierten Islamisten. Nun wurde C. dem Ermittlungsrichter vorgeführt.

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          Der in Berlin wegen Terrorverdachts festgenommene Islamist Magomed-Ali C. kommt in Untersuchungshaft. Das ordnete der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs am Donnerstag in Karlsruhe an, wie die Bundesanwaltschaft mitteilte. Die Bundesanwaltschaft hatte den den russischen Staatsbürger am Mittwoch in Berlin festnehmen lassen. Er gilt als radikal-islamistisch und wird dringend verdächtigt, gemeinsam mit dem in Frankreich inhaftierten Clément B. eine „schwere staatsgefährdende Gewalttat sowie ein Explosionsverbrechen“ – also einen Sprengstoffanschlag – vorbereitet zu haben, wie es in einer Mitteilung der Bundesanwaltschaft heißt.

          Die Wohnung des Beschuldigten wurde durchsucht. Der 31 Jahre alte C. wurde mit Unterstützung der Spezialeinheit GSG 9 durch Beamte des Bundeskriminalamtes und des Berliner Landeskriminalamtes festgenommen. Die Festnahme geschah im Zuge einer engen Zusammenarbeit der deutschen und französischen Sicherheitsbehörden.

          C. stammt aus der russischen Teilrepublik Dagestan im Nordkaukasus. Die Berliner Sicherheitsbehörden hatten seit 2015 ein Auge auf ihn, von der Polizei wurde er seitdem als Gefährder eingestuft. Von den Behörden wurde ihm im selben Jahr die Ausreise nach Syrien untersagt, wo er sich mutmaßlich dem „Islamischen Staat“ (IS) anschließen wollte. C. kannte Anis Amri, den Attentäter vom Berliner Breitscheidplatz. In Sicherheitskreisen hieß es allerdings, das „Kennverhältnis“ sei nicht besonders eng, eher „vage“ gewesen. Die beiden verkehrten in dem Berliner Moscheeverein „Fussilet 33“ im Stadtteil Moabit, der mittlerweile verboten ist.

          Daraus, dass Amri und C. sich kannten, ergebe sich keine neue These zur Unterstützerszene Amris, hieß es in den Kreisen. In der Fussilet-Moschee verkehrten neben Türken und Deutschen besonders viele Tschetschenen und andere russische Staatsangehörige aus dem Nordkaukasus.

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