https://www.faz.net/-gpf-992uu

Mutmaßliche IS-Mitglieder : Drei Terrorverdächtige im Saarland gefasst

  • Aktualisiert am

Schwer bewaffnete Beamte eines Spezialeinsatzkommandos, hier in Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz Ende März Bild: dpa

Anti-Terroreinsatz im Raum Saarlouis: Spezialeinheiten nehmen drei Syrer fest. Sie sollen Anhänger der Terrormiliz „Islamischer Staat“ sein oder versucht haben, Kämpfer für eine verbotene islamistische Gruppe zu rekrutieren.

          1 Min.

          Im Saarland sind drei terrorverdächtige Männer festgenommen worden. Gegen die Syrer im Alter von 21, 23 und 27 Jahren wird bereits seit einem halben Jahr wegen Verdachts der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung ermittelt, wie das Landespolizeipräsidium Saarland und die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz am Freitag mitteilten. Zwei der Männer soll der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) angehören, der dritte soll versucht haben, Kämpfer für eine andere Terrorgruppe zu rekrutieren. Erkenntnisse über konkrete Anschlagspläne lagen den Ermittlern jedoch nicht vor.

          Die Terrorverdächtigen kamen demnach im Jahr 2015 als Bürgerkriegsflüchtlinge nach Deutschland und beantragten Asyl. Seit Oktober ermittelte der polizeiliche Staatsschutz Saarland unter Leitung der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz in Rheinland-Pfalz gegen die Männer. Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch den Hinweis eines Mitarbeiters einer Flüchtlingsunterkunft außerhalb des Saarlandes. Der Zeuge will ein Video gesehen haben, das einen der Beschuldigten mit Handgranaten, diversen Kriegswaffen und in Kampfuniform zeige.

          Bei der Festnahme wurde viel Beweismaterial sichergestellt, unter anderem Handys und Laptops. Weitere Auskünfte gebe es aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit nicht, so die Ermittler.

          Das Oberlandesgericht Koblenz erließ Haftbefehle und Durchsuchungsbeschlüsse gegen die drei Männer. Die Terrorverdächtigen wurden am Donnerstag mit Unterstützung von Spezialkräften in Saarbrücken und Saarlouis festgenommen. Zwei der Verdächtigen wurden demnach als islamistische Gefährder eingestuft.

          Der 23 Jahre alte Terrorverdächtige soll unter anderem versucht haben, für die verbotene islamistische Vereinigung Ahrar Al Sham über das Internet Kämpfer aus Deutschland für den syrischen Bürgerkrieg zu rekrutieren. Die 2011 gebildete Gruppierung gehört demnach zum salafistischen Spektrum des Widerstandes gegen die Regierung des syrischen Staatschefs Baschar al Assad und will in Syrien einen islamischen Staat auf der Grundlage der Scharia gründen. Die beiden anderen Beschuldigten sollen als Mitglieder des IS tätig gewesen sein. Die Ermittlungen und die Auswertung der beschlagnahmten Beweismittel dauerten den Angaben zufolge noch an.

          Die Zuständigkeit der Koblenzer Behörden in dem Fall ist in einem Staatsvertrag zwischen beiden Ländern geregelt. Das Oberlandesgericht des Saarlandes verfügt selbst über keinen eigenen sogenannten Staatsschutzsenat, vor dem die Beschuldigten angeklagt werden könnten.

          Weitere Themen

          Der Statthalter des IS

          FAZ Plus Artikel: Urteil im Abu-Walaa-Prozess : Der Statthalter des IS

          Wenn an diesem Mittwoch das Urteil gegen den „Prediger ohne Gesicht“ gesprochen wird, endet mehr als ein Strafprozess. Für die Anklage steht fest: Abu Walaa war die zentrale Figur eines Netzwerks, das junge Dschihadisten für den „Islamischen Staat“ rekrutierte.

          Topmeldungen

          Allein joggen gehen? Unsere Autorin macht das nur bei Tageslicht (Symbolbild).

          Der Moment.... : ...in dem ich mich nicht mehr sicher fühlte

          In der Pandemie gibt es für unsere Autorin einen Zufluchtsort: den Weiher ums Eck. Dort ist sie fast täglich joggen oder spazieren. Und genau dort ist nun eine Frau vergewaltigt worden. Der Täter ist auf der Flucht, und das Joggen unserer Autorin? Ist ausgesetzt.
          Zinsen sind auch nicht mehr, was sie mal waren.

          Zahlen fürs Ersparte : Was tun, wenn die Bank Negativzinsen will?

          Immer mehr Bankkunden werden von ihrem Bankberater angerufen. Sie sollen ihr Geld umschichten oder ein Verwahrentgelt auf ihr Erspartes zahlen. Wie gefährlich ist es, einfach „Nein“ zu sagen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.