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Festnahme in Hessen : Verdächtiger soll an Anschlag in Tunesien beteiligt gewesen sein

  • Aktualisiert am

Nach den Durchsuchungen in verschiedenen hessischen Städten wurde ein Terrorverdächtiger festgenommen. Gegen ihn wird auch in Tunesien ermittelt – wegen der mutmaßlichen Beteiligung an einem Anschlag mit 21 Toten.

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          Die Polizei hat am frühen Mittwochmorgen mehrere Objekte in ganz Hessen wegen Terrorverdachts durchsucht. Insgesamt 54 Objekte seien betroffen gewesen, teilte die Oberstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main mit. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung über den Einsatz berichtet.

          Die Durchsuchungen richteten sich nach Angaben der Oberstaatsanwaltschaft gegen 16 Beschuldigte zwischen 16 und 46 Jahren. Gegen einen 36 Jahre alten Tunesier wurde Haftbefehl erlassen. Er wird von den Behörden seines Heimatlandes wegen Beteiligung am Anschlag auf das Bardo-Museum mit 21 Toten im März 2015 gesucht. Gegen den Mann werde in Tunesien „wegen der mutmaßlichen Beteiligung an der Planung und Umsetzung“ des Angriffs ermittelt, erklärte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main am Mittwoch. Auch im Zusammenhang mit einem Angriff auf die Grenzstadt Ben Guerdane im März 2016, bei dem 13 Sicherheitskräfte und sieben Zivilisten getötet wurden, werde der Mann gesucht.

          Wie ein Sprecher der Landespolizei mitteilte, soll der festgenommene Tunesier außerdem als Anwerber und Schleuser für die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) tätig gewesen sein. Er habe ein Terrornetzwerk aufbauen wollen, um einen Anschlag zu verüben. Es habe kein konkretes Anschlagsziel gegeben, sagte der Sprecher der Landespolizei. Die Planung sei noch in einer frühen Phase gewesen. Durchsucht wurden am Mittwochmorgen unter anderem Wohnungen, Geschäftsräume und Moscheen.

          Nach FAZ.NET-Informationen war der Tunesier schon seit längerem in der Frankfurter Islamistenszene aktiv und soll einen kleineren Kreis von IS-Anhängern aus dem Rhein-Main-Gebiet gesteuert haben. Er soll zu dem Kreis von Islamisten gehören, die sich vor allem im Frankfurter Stadtteil Griesheim radikalisiert haben. Dort soll der Beschuldigte regelmäßig auch die Bilal-Moschee besucht haben, in der wiederholt Hassprediger unterwegs waren.

          Dem Vernehmen nach sollen die Zusammenkünfte mit anderen Islamisten aus dem Rhein-Main-Gebiet jedoch vor allem in Privaträumen der Zelle stattgefunden haben. Dort soll es auch zu Überlegungen gekommen sein, in Deutschland einen Anschlag zu verüben.

          Beuth: „Deutliche Botschaft an radikale Islamisten“

          „Mit den Maßnahmen senden wir eine deutliche Botschaft an die radikalen Islamisten in Hessen: Wir haben die Szene fest im Blick“, teilte der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) mit. Nach Angaben des Ministeriums waren mehr als 1100 Polizeibeamte an den Durchsuchungen beteiligt.

          Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und das hessische Landeskriminalamt wollen in einer Pressekonferenz am Vormittag Details zu den Ermittlungen bekannt geben.

          Am Dienstagabend waren in Berlin drei Terrorverdächtige verhaftet worden.

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