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Terrorgefahr : Friedrich warnt vor „virtuellen Bomben“

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Friedrich will Bewusstsein schaffen, wie stark Kriminalität im Netz verbreitet ist Bild: dpa

Angesichts der wachsenden Netz-Kriminalität will er das Internet sicherer machen: Bundesinnenminister Friedrich (CSU) warnt in einem Interview mit der Sonntagszeitung eindringlich vor den Gefahren eines Cyber-Angriffs auf Industriestaaten.

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          „Die Gefahr von Cyber-Angriffen wächst“, sagte Friedrich in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Es sei „nur eine Frage der Zeit, bis kriminelle Banden oder Terroristen virtuelle Bomben zur Verfügung haben werden“. Der Minister warnte vor den schwer wiegenden Folgen einer solchen Attacke: „Mit solchen Angriffen könnte eine Volkswirtschaft empfindlich beeinträchtigt werden“.

          Friedrich ließ erkennen, dass er die bisherigen Bemühungen, der wachsenden Gefahr entgegenzutreten, für unzureichend hält. Mit den Partnern in der Nato überlege man, „wie wir uns auch gegen potentielle Cyber-Angriffe wappnen können“. Dafür müsse man nicht zuletzt die rechtlichen Grundlagen schaffen. Das Nationale Cyber-Abwehrzentrum, das im April seine Arbeit aufgenommen hat, sei, so Friedrich, „ein erster Schritt“, um der Gefahr zu begegnen.

          „Terrorgesetze müssen erhalten bleiben“

          Der Innenminister sagte, die Sicherheit des Internets sei „ein zentrales Thema“ seiner Amtszeit. Es gehe vor allem darum, das Bewusstsein zu schaffen, wie stark Kriminalität im Netz verbreitet ist. Es sei erstaunlich, mit welcher Leichtfertigkeit gerade junge Leute dort ihre Daten verbreiteten, die dann „schwunghaft in Paketen zu Tausenden und Zehntausenden im kriminellen Untergrund gehandelt werden.“

          Im Koalitionsstreit um die Verlängerung der Anti-Terror-Gesetze besteht der Innenminister weiter darauf, dass die Anti-Terrorgesetze verlängert werden - unabhängig von der Häufigkeit ihrer Anwendung. „Die meisten Anti-Terror-Gesetze müssen erhalten bleiben, denn nur weil manche von ihnen in den vergangenen Jahren sehr selten angewandt wurden, heißt das nicht, dass wir sie nicht brauchen“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

          Der Minister bekräftigte allerdings sein Angebot an die FDP, die Gesetze wieder zu befristen. „Ich finde den Gedanken, Gesetze von Zeit zu Zeit zu überprüfen, durchaus richtig“, sagte Friedrich. Das Innenministerium habe das aber bereits gemacht, die Gutachten lägen vor. Aus ihnen schließe er, dass die Anti-Terror-Gesetze weiter notwendig seien.

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