https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/terrorabwehrzentrum-nur-zehn-laender-unterstuetzen-terrorabwehrzentrum-in-koeln-11961265.html

Terrorabwehrzentrum : Nur zehn Länder unterstützen Terrorabwehrzentrum in Köln

  • Aktualisiert am
Innenminister Friedrich: Alle Formen von Extremismus sollen in einem Zentrum bekämpft werden.
          1 Min.

          Am neuen Terrorabwehrzentrum in Köln beteiligen sich nach Angaben des Bundesinnenministeriums vorerst nur zehn Länder. Nicht dabei seien Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein, sagte Ministeriumssprecher Jens Teschke dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Donnerstag). Sie seien aber weiterhin eingeladen mitzumachen.

          Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) sagte im Deutschlandradio Kultur: „Wir müssen jetzt den ersten Schritt tun, und den ersten Schritt tut der Bund.“ Der CSU-Politiker wird das neue Abwehrzentrum gegen Extremismus und Terrorismus an diesem Donnerstag beim Verfassungsschutz in Köln eröffnen. Experten von 40 Behörden in Bund und Ländern sollen dort ihre Erkenntnisse bündeln. Die 16 Länder sollen sich eigentlich mit ihren Kriminalämtern und Verfassungsschutzbehörden einbringen. Einige von ihnen fühlen sich aber von dem erst kurzfristig bekanntgewordenen Vorhaben überrumpelt und werfen Friedrich einen voreiligen Alleingang vor.

          Friedrich will intensiven Dialog mit Ländern

          Dies wies der Minister am Donnerstag abermals zurück. Er habe schon Ende August „klipp und klar“ angekündigt, gemeinsame Abwehrzentren für alle Arten des Extremismus auf den Weg zu bringen. Aufgabe des neuen Zentrums ist die Bekämpfung aller Formen von Extremismus. Es gebe bislang nur zwei Abwehrzentren gegen islamistischen Terror und gegen Rechtsextremismus, führte Friedrich aus. „Wir haben noch keins beim Ausländerextremismus, und keins beim Linksextremismus, und nichts bei Spionage. Das soll jetzt geschaffen werden“, sagte er. „Und wir wollen selbstverständlich dann auch in den Dialog mit den Ländern sehr, sehr intensiv eintreten.“

          Bundeskriminalamt und Bundesverfassungsschutz sollen die Arbeit in der neuen Einrichtung koordinieren. Mit im Boot sind Bundespolizei, Bundesnachrichtendienst, Zollkriminalamt, Bundesanwaltschaft, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und der Militärische Abschirmdienst, dazu die Länderbehörden. Die Einrichtung gegen islamistischen Terrorismus arbeitet bereits seit 2004 in Berlin. Kurz nach Bekanntwerden der Neonazi-Mordserie vor einem Jahr startete das Abwehrzentrum gegen Rechtsextremismus in Köln und Meckenheim.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Russische Rekruten steigen in Krasnodar in einen Bus.

          Russische Rekruten : Mit eigenem Schlafsack in den Krieg

          Während Präsident Putin an diesem Freitag Russlands neueste Anschlüsse feiert, trübt vor allem der Unmut über die Mobilmachung die Stimmung.
          Habeck, Scholz und Lindner informieren über die Preisbegrenzung für Gas.

          Gaspreisbremse statt Gasumlage : Diese Koalition hält uns in Atem

          Um wieder in die Offensive zu kommen, muss die Regierung abermals eine Kehrtwende hinlegen. Und sie fährt schweres Geschütz auf. Sie sieht Deutschland im „Energiekrieg“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.