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Terroranschlag in Hanau : Die Gefahr kommt von rechts

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Donnerstag an einem der Tatorte in Hanau. Bild: Reuters

Die Morde von Hanau sind Ergebnis eines schleichenden Zivilisationsbruchs. Der spielt sich im Netz ab und reitet auf der Welle eines rassistischen Volksbegriffs.

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          Der Massenmord von Hanau ist schwer in Worte zu fassen. Die Tat und die mutmaßlichen Motive tragen die Züge eines Amoklaufs, der offenbar das Werk eines Psychopathen war. Zur Erklärung lassen sich Vorläufer heranziehen, auch die Erkenntnisse der Sicherheitsbehörden darüber, wie Einzeltäter in allen terroristischen Schattierungen heute vorgehen. Zur Erklärung der Tat von Hanau gehört aber auch: Sie ist die Eskalation rassistisch, antisemitisch und rechtsextremistisch motivierter Anschläge in Deutschland in jüngster Zeit.

          Und sie ist die nächste Ausgeburt eines Zivilisationsbruchs. Das ist keine Übertreibung, weil nur so die Abgründe richtig eingeschätzt werden können, die sich im Netz auftun, die in die reale Welt ausgreifen und dort ein „Hanau“ oder ein „Halle“ jederzeit an jedem Ort möglich, ja sogar wahrscheinlich machen. Das ist eine Bedrohung der bürgerlichen Gesellschaft, die es bislang so nicht gegeben hat.

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