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Tarifstreit und Corona : Wessen Gerechtigkeit?

Verschiedene Gewerkschaften demonstrieren vor Beginn der zweiten Verhandlungsrunde am Wochenende in Potsdam. Bild: dpa

Die Fronten im Tarifstreit im öffentlichen Dienst sind verhärtet. Die einen wollen den verdienten Lohn für die Coronahelden, die anderen verweisen auf leere Kassen. Doch auf dem Spiel steht mehr als nur Geld.

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          Wie ein Bumerang droht der Gesellschaft der Applaus für die „Corona-Helden“ um die Ohren zu fliegen. „Klatschen reicht nicht“ ist die Devise der Gewerkschaftsvertreter im öffentlichen Dienst, die nun deutliche Lohnsteigerungen fordern. Je öfter der Satz durch den öffentlichen Raum hallt, desto mehr bleibt der Eindruck haften, der allabendliche Applaus der Menschen in den Zeiten des tiefsten Lockdowns hätte vor allem der Erleichterung des eigenen Gewissens gedient. Der Dank solle sich endlich in Zahlen niederschlagen, heißt es von Verdi und dem Deutschen Beamtenbund. Für diesen Dienstag sind erste Warnstreiks angekündigt.

          Die Situation ist verfahren. In den Tarifverhandlungen, die am Wochenende auch in der zweiten Runde ergebnislos verliefen, sind die Fronten verhärtet. Verdi und Beamtenbund fordern 4,8 Prozent mehr Lohn für alle Beschäftigten und eine endgültige Arbeitszeitangleichung zwischen Ost und West. Ihre Argumente sind klar und einfach. Dass der aufopfernde Einsatz der Mitarbeiter im Gesundheitswesen, der Müllwerker und Polizisten, die draußen ihren Dienst taten, als andere zu Hause blieben, eine finanzielle Würdigung verdient hätte, versteht sich von selbst.

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