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Nachverdichtung : Nicht in meinem Hinterhof

  • -Aktualisiert am

Nachverdichtung mit Symbolcharakter: Die Frankfurter Platensiedlung Bild: Wolfgang Eilmes

Hessens Städte wachsen und müssen Wohnraum schaffen. Der Bau-Minister unterstützt das. Er hat große Pläne. Doch die sorgen für scharfe Kritik.

          5 Min.

          Zwischen den Wohnblöcken stehen noch die hölzernen Gerippe der früheren Dachstühle. Die Häuser haben schon neue Stockwerke. Fertig montiert in Modulbauweise wurden sie einfach an die richtige Stelle gehievt. Die Strom- und Wasserleitungen wurden außen an die Fassade montiert, so mussten die bestehenden Wohnungen in den ehemaligen Kasernen der amerikanischen Armee nicht verändert werden. In der Platensiedlung im Nordwesten Frankfurts entstehen durch die Aufstockung sowie durch Nachverdichtung rund 680 Wohnungen. Es ist ein Vorzeigeprojekt: Die Anwohner werden beteiligt, die Grünflächen neu gestaltet, die Mieten bleiben günstig.

          Julian Staib
          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          An einem Sommertag führt Frankfurts Baudezernent Mike Josef (SPD) durch die „größte Nachverdichtung der Republik“, er nennt das Projekt eine „Blaupause“, an deren Beispiel er zeigen will, was Frankfurt alles tut für mehr bezahlbaren Wohnraum. 50 Prozent der hier neu entstehenden Wohnungen sind gefördert. Und selbst im freifinanzierten Bereich soll der Quadratmeter nicht mehr als elf Euro Miete kosten. „Wir schaffen hier in der Breite bezahlbaren Wohnraum“, sagt Josef. Allein, es reicht nicht. Auch die Nachverdichtung hat Grenzen. Nicht auf jedes Haus lassen sich einfach zwei Stockwerke aufstülpen. Und Frankfurt wächst weiter – um jährlich rund 15.000 Personen. Die Einwohnerzahl ist mit rund 750.000 so hoch wie noch nie, und ein Ende der Mietpreissteigerungen ist nicht abzusehen. Der durchschnittliche Preis bei Neuvermietungen beträgt mittlerweile knapp 18 Euro pro Quadratmeter, in angesagten Vierteln bis zu 22 Euro. Der Preis für die Miete einer 30-Quadratmeter-Wohnung hat sich in der Stadt seit 2011 fast verdoppelt. Und auch die Bodenpreise sind enorm gestiegen. Sie betragen mittlerweile im Durchschnitt zwischen 1700 und 1800 Euro pro Quadratmeter.

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